Hauptversammlung RWE hält den Ball flach

Auf der Hauptversammlung gibt Konzernchef Peter Terium eine eher düstere Prognose. Die Aktie gab angesichts dieser eher depressiven Aussichten am Morgen um zwei Prozent nach.

Auf der Hauptversammlung hat der Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns, Peter Terium, seine Aktionäre auf schwere Zeiten eingestimmt. Quelle: REUTERS

Es ist seit langem die Strategie von Peter Terium, Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Stromversorgers RWE, einen sehr verhaltenen Ausblick der Geschäftstätigkeit zu geben, Erwartungen der Aktionäre zurückzuschrauben. Ab 2013, so seine Botschaft, werden die Gewinne bei RWE schrumpfen, weil sich die Investitionen in Erneuerbare Energien nach der Energiewende langsamer zurückverdienen lassen als geplant. Ungeklärte Fragen der Netzanbindung, der Offshore-Technik auf hoher See und die niedrige Auslastung von Steinkohlekraftwerken machen das Energiegeschäft zu einem Sanierungsfall.

RWE nach 20 Monaten Energiewende

Die Aktie gab angesichts dieser eher depressiven Aussichten heute Morgen um zwei Prozent nach. Doch viele Anleger glauben auch an RWE, weil der Konzern stets eine satte Dividende von drei Euro und mehr ausschüttet. Die Kommunen, mit 25 Prozent größter Anteilseigner von RWE, verlangen das so, um ihre Haushalte zu stabilisieren. Der Privatanleger profitiert auch davon.

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Außerdem nehmen viele Aktionäre die Moll-Töne von Terium denn doch nicht so ganz ernst. Schließlich ist RWE der Konzern mit der geringsten Abhängigkeit vom Atomstrom, der 2022 nach dem Willen der Politik in Deutschland abgeschaltet wird. Die früher als Dreckschleudern gescholtenen Braunkohlekraftwerke von RWE sind nun auf einmal die einzigen Kraftwerke, die reibungslos die Grundlastversorgung übernehmen können, als die Produktion von Strom auf Höchstlast rund um die Uhr, die vor allem die deutsche Großindustrie (Stahl, Chemie, Automobilbau) dringend benötigt.

Das heißt, für RWE gibt es auch bei reduzierten Gewinnen eine wohl solide Basis der Zukunftssicherung und eine Dividendenzahlung, die "mindestens oberhalb der Marke 2 Euro bleibt", wie eine Analyst die Lage beurteilt. Auf dieser Grundlage kann es geschickt sein, den Ball flach zu halten, die Zukunft in Grautönen zu malen, um die Politik zu einer Umkehr der abrupten Energiewende zu bewegen.

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