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Innogy steigt bei Intertrust Technologies ein Peter Teriums neueste Wette

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Unabhängige Instanz zum Austausch von Daten

Nahezu alle Produkte des Softwarekonzerns, so behauptete Shear, würden gegen seine Patente verstoßen. Ein Jahr später erklärte sich Microsoft bereit, den Rechtsstreit gegen Zahlung von 440 Millionen Dollar beizulegen, eine der höchsten Summen die je wegen Patentverletzungen auch tatsächlich flossen. Seitdem haben alle großen Technologiekonzerne Intertrusts Technologien lizenziert, vor zwei Jahren auch Apple. Doch Shamoon, der 1997 als Forscher bei Intertrust startete, will sein Unternehmen nicht als Patent-Troll verstehen.

Die Millionen von Microsoft und anderen Technologiekonzernen hat der promovierte Elektroingenieur in den Aufbau von Plattformen gesteckt, die die geschützte Übermittlung und Verwaltung von Videos, Musik oder Kunden- und Patienteninformationen gestatten und zumeist im Hintergrund zum Einsatz kommen. Shear ging 2003 in den Ruhestand, ist seinem Unternehmen jedoch noch immer als Mentor verbunden.

Mit Hilfe von Innogy will Shamoon nun stärker in den Bereich des Internets der Dinge vordringen, vor allem im Energiesektor. Etwa beim Vertreiben von erneuerbaren Energien, wo dessen Erzeuger Informationen über die Liefermengen austauschen müssen, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Und dazu unter anderem Informationen benötigen, was bei den einzelnen Kunden vor Ort gespeichert wird, um die Produktion entsprechend auszurichten. Sich allerdings beim Austausch dieser Informationen von Konkurrenten aus Wettbewerbsgründen nicht zu stark in die Karten schauen lassen wollen. Shamoon sieht hier die große Chance, Intertrust „als unabhängige Instanz einzuschalten, die die verschiedenen Daten empfängt, auswertet und weiterleitet“. Im Grunde ist es die ursprüngliche Version von Intertrust-Gründer Shear, sich als eine Art Clearing-House zu etablieren. Dass die Unabhängigkeit in Frage gestellt ist, wenn mit Innogy ausgerechnet einer der größten europäischen Erzeuger von erneuerbaren Energien hinter Intertrust steht, sieht Shamoon nicht als Problem, sondern Vorteil.

Wenn ein wichtiger Marktteilnehmer die Idee mittrage, so argumentiert er, würde sie automatisch an Glaubwürdigkeit im Markt gewinnen. „Die Energieversorger haben sich beispielsweise auf 220 Volt geeinigt, weil solch ein Standard für die gesamte Branche von Interesse war“, so der Intertrust-Chef. Florian Kolb, Geschäftsführer von Innogy New Ventures vergleicht es mit BMW, Daimler und Audi, die beim Erwerb des Kartendienstes Here trotz Wettbewerbs miteinander kooperieren würden.

„Der gemeinsame Ausbau der Ressource macht diese doch erst richtig interessant, anstatt eigene Daten-Silos vorzuhalten“, meint Kolb.

Sein Chef Terium bekräftigt derweil die Strategie, sich stärker auf das Gewinnen und Vermarkten von Daten zu konzentrieren, um im Energiegeschäft Akzente zu setzen - inklusive weiterer Beteiligungen an Silicon Valley Unternehmen.

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