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Insolvenzverfahren Energieversorger Nummer fünf ist pleite

Die Energiepreise für Verbraucher klettern auf Rekordhöhen. Quelle: dpa

Die Energiepreise brechen fast täglich neue Rekorde. Deshalb ist nun für einen weiteren Strom- und Gasversorger aus Sachsen ein Insolvenzverfahren angeordnet worden.

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Die hohen Energiepreise haben einen weiteren Stromversorger in ein Insolvenzverfahren getrieben. Die sächsische Dreischtrom GmbH mit Sitz in Hoyerswerda, die ihre Kunden mit Strom und Erdgas beliefert, hat am Mittwoch auf ihrer Webseite verkündet, dass „heute am 8.12.2021 um 10.41 Uhr“ das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet worden sei. Zum Insolvenzverwalter ist, das geht aus der Bekanntmachung des Amtsgerichts Dresden hervor, die Dresdner Insolvenzverwaltung Danko ernannt worden.

Spotmarkt-Preis für Strom auf Rekordhöhe

Damit ist seit Beginn des Energiepreis-Hochs im Herbst bereits der fünfte deutsche Versorger pleite. Vor allem die anhaltend hohen Gaspreise haben den Strompreis in den vergangenen Tagen und Wochen auf immer neue Höhen getrieben. An der Strompreisbörse Epex-Spot kostete eine Megawattstunde Strom im Day-Ahead-Handel am Mittwoch 277,88 Euro für eine Lieferung am Folgetag, vor einem Jahr war die gleiche Menge noch für 75 Euro zu haben. Am niederländischen Handelspunkt TTF sprang der Preis für eine Megawattstunde Erdgas, lieferbar im Februar 2022, am Donnerstag zeitweise über 100 Euro.

Als erstes gemeldet hat die Insolvenz der Dreischtrom GmbH der Verbraucherschutzaktivist Matthias Moeschler von der Seite Verbraucherhilfe-Stromanbieter. Bereits zuvor hatten die Strom- und Gaslieferanten Otima Energie, Smiling Green Energy, Lition Energie und Fulminant Energie ihre Insolvenzen bekannt gegeben.

Die Dreischtrom GmbH erläuterte auf ihrer Webseite auch „Hintergründe“ der Insolvenz. Das Unternehmen sei Ende vergangener Woche darüber informiert worden, „dass wir auf die bisher langfristig eingekauften Mengen keinen Zugriff mehr haben, da unser Vorlieferant von einer Insolvenz betroffen ist“. Daher sei das Unternehmen verpflichtet, fehlende Mengen zu aktuellen Preisen am Markt nachzubeschaffen. „Da wir die Differenz nicht an unsere Kunden weiterreichen können, waren wir gezwungen, Insolvenz anzumelden.“

In den vergangenen Tagen hatten mehrere größere Energielieferanten ihre Verträge mit Verbrauchern gekündigt, zuletzt der Anbieter Gas.de.

Mehr zum Thema: Die Energiepreise sind zuletzt stark gestiegen. Besonders trifft das Menschen mit niedrigen Einkommen. Sozialverbände fordern nun, Preissteigerungen mit höherem Wohngeld abzufedern.

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