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Konzernumbau Schmitz soll neuer Chef von RWE werden

RWE hat laut Medienberichten die Personalentscheidungen für den Konzernumbau getroffen. Rolf Martin Schmitz wird neuer Chef der RWE AG. Peter Terium, der diesen Posten bisher inne hatte, wird die Ökostrom-Tochter leiten.

Rolf Martin Schmitz, der designierte RWE-Chef. Quelle: dpa

Beim Energieriesen RWE sind einer Zeitung zufolge die Personalentscheidungen für den geplanten Konzernumbau getroffen worden. Wie die "Rheinische Post" vorab unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtete, soll Rolf Martin Schmitz neuer Chef der RWE AG werden.

Der bisherige RWE-Chef Peter Terium werde auf den Chefsessel der geplanten neuen Tochter für Vertrieb, Netze und Ökostrom wechseln. Die Personalien hätten Vorstand und der designierte Aufsichtsrats-Chef Werner Brandt in den vergangenen Tagen vereinbart, hieß es weiter.

"Das war unglaublich vertrauenszerstörend"
Bei RWE rumort es gewaltig hinter den Kulissen: Angesichts der Krise des Energiekonzerns trommeln die Kommunen vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag für Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller als künftigen Chefaufseher. Er soll mit seinen politischen Kontakten das Ruder herumreißen. Amtsinhaber Manfred Schneider kämpft dagegen offenbar für den Ex-SAP-Finanzvorstand Werner Brandt als seinen Nachfolger. Bei der Herbstsitzung des Aufsichtsrats in Essen könnten die Weichen gestellt werden, offiziell gewählt wird im kommenden Frühjahr. Bei der Sitzung muss RWE-Chef Peter Terium außerdem den weiter dramatisch fallenden Aktienkurs erklären und Ängste vor weiteren Dividendenkürzungen zerstreuen. Es schaut nicht gut aus für den Energieriesen – die Krise von RWE in Zitaten. Quelle: dpa
„Das Unternehmen geht durch ein Tal der Tränen.“ (RWE-Chef Peter Terium bei der Quartalsbilanz im November 2013) Quelle: dpa
„Die niedrigen Strompreise hinterlassen ihre Blutspuren in unserer Bilanz.“ (RWE-Finanzvorstand Bernhard Günther, im Mai 2014) Quelle: Presse
„Das Tal der Tränen ist also noch nicht durchschritten.“ (RWE-Chef Peter Terium bei der Jahresbilanz im März 2015) Quelle: dpa
„RWE muss sich gesundschrumpfen und braucht an der Spitze keinen Visionär, sondern einen Sanierer.“ (Fondsmanager Ingo Speich bei der Hauptversammlung im April 2014) Quelle: Presse
„Womit verdient RWE in fünf Jahren sein Geld – das ist die Gretchenfrage.“ (Aktionärsvertreter Marc Tüngler bei derselben Hauptversammlung) Quelle: dpa
„Unabhängig von Länder- und Spartengrenzen: Es geht ums Überleben.“ (RWE-Kraftwerkschef Matthias Hartung im Juli 2015) Quelle: dpa

Unter Berufung auf Konzernkreise berichtete das Blatt zudem, RWE wolle eine Abschreibung von über einer Milliarde Euro unter anderem auf das Kraftwerksgeschäft vornehmen. Das Unternehmen soll seine Geschäftszahlen am 8. März vorlegen.

Eine RWE-Sprecherin erklärte in der Nacht zum Freitag, der Konzern nehme zu Spekulationen nicht Stellung.

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Wie die Zeitung unter Berufung auf die Aufsichtskreise weiter berichtete, soll Bernhard Günther, derzeit Finanzvorstand bei RWE, Finanzvorstand der neuen Gesellschaft werden. Hildegard Müller solle dort als Vorstand für das Netzgeschäft zuständig sein. Uwe Tigges solle in Doppelfunktion für das Personal in beiden Gesellschaften verantwortlich sein.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Ende Januar von einem Insider erfahren, dass Terium zunächst in Personalunion die Führung der neuen Tochter übernehmen könnte. Dies müsse jedoch keine Dauerlösung sein. Die Tochter soll am 1. April starten, in diesem Jahr sollen zehn Prozent von ihr an die Börse gebracht werden. Beim Mutterkonzern bleiben die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke und der Energiehandel.

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