Kraftwerke Steag: Neue Stromkunden in London

Exklusiv

Der Essener Kraftwerksbetreiber kann auf Stilllegungen von nicht ausgelasteten Kraftwerken verzichten.

Die schmutzigsten Kohlekraftwerke Deutschlands
Platz 10: Kohlekraftwerk Schkopau von EonDie Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Schadstoffausstoß der Kohlekraftwerke in Deutschland ausgewertet und die schlimmsten Luftverschmutzer ermittelt. Auf dem zehnten Platz findet sich das Braunkohlekraftwerk Schkopau in Sachsen-Anhalt. Das Werk, das laut Greenpeace jedes Jahr 4770 Tonnen Schwefeldioxid und 3320 Tonnen Stickoxide ausstößt, gehört dem Energieversorger Eon. Der Kraftwerkspark des Unternehmens ist im Vergleich zu seinen Konkurrenten jedoch insgesamt umweltfreundlicher. Acht der neun gesundheitsschädlichsten Kraftwerke gehören Vattenfall und RWE. Quelle: dpa
Platz 9: Kraftwerk Schwarze Pumpe von VattenfallAuf dem neunten Platz rangiert das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe südlich von Cottbus. Es gehört dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall. Das Kraftwerk stößt jedes Jahr 7060 Tonnen Schwefeldioxid und 4610 Tonnen Stickoxide aus. Solche Schadstoffemissionen verursachen laut Greenpeace Herzinfarkte und Lungenkrebs und führen vermehrt zu Asthmaanfällen und anderen Atemwegskomplikationen. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 8: Kohlekraftwerk Schloven von EonDas Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen ist sowohl das einzige Steinkohlekraftwerk unter den Top-10 der größten Luftverschmutzer, als auch nur eines von zwei Kohlekraftwerken unter den größten zehn Dreckschleudern des Eon-Konzerns überhaupt. Konzernchef Johannes Teyssen (Foto) hat in den vergangenen Jahren vielmehr in Gas investiert und verfügt somit nur über einen verhältnismäßig kleinen Kohlekraftwerkspark. Quelle: dpa
Platz 7: Kraftwerk Neurath von RWEAuf dem siebten Platz findet sich wieder ein Kraftwerk von RWE. Es stößt jedes Jahr laut Greenpeace 3190 Tonnen Schwefeldioxid und 11.700 Tonnen Stickoxide aus. Quelle: dpa
Platz 6: Kraftwerk Boxberg von Vattenfall Auch das Kraftwerk Boxberg gehört zu den größten Umweltverschmutzern Deutschlands. Es ist das zweitgrößte Braunkohlenkraftwerk Vattenfalls in Deutschland. Es produziert 15.600 Gigawatt Strom im Jahr und versorgt damit 3,1 Millionen Haushalte. Quelle: dpa
Platz 5: Kraftwerk Frimmersdorf von RWEDas RWE-Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf steht hinter der Gemeinde Gustorf bei Grevenbroich im Kreis Neuss. Jedes Jahr stößt das Kraftwerk 5620 Tonnen Schwefeldioxid, 9070 Tonnen Stickoxide und 257 Tonnen Feinstaub aus. Quelle: dpa
Platz 4: Kraftwerk Weisweiler von RWEDen vierten Platz belegt das Kraftwerk Weisweiler von RWE. Der erste Strom wurde dort bereits 1955 produziert. Bis 1975 wurden acht Blockanlagen in Betrieb genommen. Jedes Jahr verschmutzt das Werk die Luft mit 3060 Tonnen Schwefeldioxid und 12.700 Tonnen Stickoxiden. Quelle: dapd
Platz 3: Kraftwerk Lippendorf von VattenfallAuf dem dritten Platz findet sich wieder ein Kraftwerk des schwedischen Konzerns Vattenfall. Das Kohlekraftwerk Lippendorf in der Nähe von Leipzig erzeugt im Jahr 14.000 Gigawatt Strom - und stößt dabei 13.800 Tonnen Schwefeldioxid und 8750 Tonnen Stickoxide aus. Von der Renaissance der Kohle profitieren auch deren Produzenten. Im Bild der Braunkohle-Tagebau bei Garzweiler in Nordrhein-Westfalen. Quelle: dpa
Platz 2: Kraftwerk Niederaußem von RWERWE hat von allen Energieversorgern den größten Bestand an Kohlekraftwerken. Im Jahr 2012 erzeugte der Konzern auf diese Weise rund die Hälfte seines Stroms. Das Kraftwerk Niederaußem, das auf dem dritten Platz der schlimmsten Luftverschmutzer Deutschlands ist, wurde in den sechziger Jahren gebaut und ging 1963 das erste Mal ans Netz. Quelle: dapd
Platz 1: Kraftwerk Jänschwalde von Vattenfall Absoluter Spitzenreiter in Sachen Luftverschmutzung ist laut Greenpeace das Kraftwerk Jänschwalde von Vattenfall nahe der Stadt Peitz in Brandenburg. Mit einer installierten Leistung von 3000 Megawatt ist es das größte Braunkohlekraftwerk in ganz Deutschland. Laut Greenpeace stößt es 21.400 Tonnen Schwefeldioxid im Jahr und 18.700 Tonnen Stickoxide aus. Quelle: dpa/dpaweb

Der Essener Kraftwerksbetreiber Steag hat nach den Worten von Steag-Chef Joachim Rumstadt Stromlieferverträge mit Energiehandelshäusern in London abgeschlossen und kann deswegen gekündigte Abnahmeverträge mit dem Versorger RWE ausgleichen und auf Stilllegungen von unterausgelasteten Kraftwerken verzichten.

Im Interview mit der WirtschaftsWoche sagte Rumstadt: „Im vergangenen Jahr haben wir diese RWE-Verträge, die für uns gut bezahlt waren, und zwar auch bereits für die reine Kapazitätsbereitstellung, vor allem durch Kontrakte mit internationalen Partnern ersetzt“. Aufgrund dieser Perspektiven seien Stilllegungen im Augenblick „nicht geplant“, sagte Rumstadt. Dazu habe auch beigetragen, dass die Steag für das Kraftwerk im westfälischen Lünen einen Liefervertrag mit der Deutschen Bahn abgeschlossen habe, der bis 2018 läuft.

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