WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Matthias Bönning "Das Bild ist nie nur schwarz-weiß"

Seite 3/3

Warum sollten Entwicklungs- und Schwellenländer Wettbewerbsvorteile wie niedrige Löhne und Umweltstandards aufgeben?

Dass Länder mit niedrigen Löhnen für sich werben, ist ihr gutes Recht. Anders sieht es bei den dort tätigen Unternehmen aus. Von denen erwarten wir schon, dass sie international vereinbarte Mindeststandards einhalten. Wer die unterschreitet, verdient an Ausbeutung und tut wenig bis nichts für die Armutsbekämpfung.

Der Gang in ein Billiglohnland ist nichts Schlechtes?

Nicht per se. Nachhaltigkeit ist ein globales und kein nationales Konzept. Deshalb sehen wir sehr wohl die positiven Effekte in diesen Ländern, wo durch die Verlagerung Arbeitsplätze und Einkommen entstehen. Aber die Bedingungen müssen fair sein.

Verlieren besonders rücksichtsvolle Unternehmen nicht an Wettbewerbsfähigkeit?

Die These ist falsch. Mehr Nachhaltigkeit bedeutet nicht weniger ökonomischen Erfolg. Jedenfalls nicht, wenn man es an der Entwicklung der Börsenkurse misst, wie fast alle einschlägigen Studien zeigen. Je schneller Rohstoff- und Energiepreise steigen, desto zwingender wird der effiziente Umgang mit Ressourcen. Darauf achten immer mehr Investoren und strafen Unternehmen ab, die diese Risiken ausblenden.

Schmutzfinken und Ausbeuter haben keine Chance mehr?

Es kann sich heute jedenfalls kein internationaler Konzern mehr leisten, in krasser Form die Umwelt zu verschmutzen oder Menschen- und Arbeitsrechte zu missachten. Das ist ein großer Fortschritt.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%