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Matthias Kurth "Die Versorger müssen aufpassen"

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Anbieterwechsel lohnen sich

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth Quelle: AP

Sind Sie nicht frustriert, dass die Erfolge der Bundesnetzagentur durch die Erhöhung der Marge durch die Versorger und durch staatliche Abgaben zunichte gemacht werden?

So könnte man es sehen. Aber die Abgabenerhöhungen werden ja von der Mehrheit der Bevölkerung mit getragen. Die Energiewende, also die Förderung von Fotovoltaik- und Windanlagen, hat eben ihren Preis. Ein Großteil der Deutschen ist bereit, dafür auch zu zahlen. Und gegen höhere Margen könnten die Verbraucher selbst etwas tun, indem sie schneller zu preiswerteren Anbietern wechseln. Dann würden die Anbieter auch sinkende Großhandelspreise schneller an die Kunden weitergeben.

Ließe sich die Stromrechnung nicht durch mehr Wettbewerb senken?

Mit neuen Geschäftsmodellen rund um den intelligenten Stromzähler werden neue, flexible Tarifmodelle entstehen, die sich stärker an Angebot und Nachfrage, also am Verbrauchsverhalten und der Netzauslastung, orientieren. Da stehen wir allerdings erst ganz am Anfang. Die Kunden müssen den Vorteil eines intelligenten Zählers erkennen, der ihnen günstigere Preise zu bestimmten Zeiten garantieren kann, etwa zum Aufladen eines Elektroautos, zum Betreiben einer Wärmepumpe oder zum Wäschetrocknen zu nächtlicher Stunde. Eine kürzer getaktete Abrechnung eröffnet ganz andere Tarifoptionen als eine jährliche Verbrauchsabrechnung.

Warum die Energiepreise steigen
Euroscheine stecken an einer Steckdose Quelle: dpa
Logos der vier großen Engergiekonzerne EnBW (l, oben), RWE (r, oben), Vattenfall (l, unten) und Eon (r, unten) Quelle: dpa
Ölpumpen stehen im Sonnenuntergang auf einem Ölfeld bei Los Angeles Quelle: dpa
Bild einer Raffinerie auf einem Bildschirm der Firma Gazprom Quelle: REUTERS
Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor Quelle: dpa
Ein Tankwagenfahrer beliefert einen Privathaushalt mit Heizöl Quelle: AP
Ein Monteur verkabelt einen Strommast Quelle: dapd

Wieso sollten die Energieversorger sich damit ihr Geschäft kaputt machen?

Die Versorger müssen aufpassen, dass nicht ganz andere Spieler in diesen Markt eintreten. Die neuen Formen der Stromerzeugung durch Wind und Sonne bringen in Zukunft eine riesige Bewegung in die Energiebranche. Mein Eindruck ist, dass sich viele innovative Köpfe über neue Angebote und Geschäftsmodelle Gedanken machen.

Wäre das nicht etwas für Sie nach Ihrem Ausscheiden als Präsident der Bundesnetzagentur?

Mal sehen. Ich hab ja ab März Zeit, etwas anderes zu machen. Richtig ist, dass ich diesem Markt durchaus Ideen, Impulse und Anregungen geben könnte.

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