Messe Intersolar Gabriel macht Solarindustrie keine Zugeständnisse

Viele deutsche Solarfirmen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Auf der Messe Intersolar hofften sie auf Zugeständnisse von Wirtschaftsminister Gabriel. Geschenke hatte er aber nicht im Gepäck.

Mit diesen Ideen können Sie jetzt Solarstrom nutzen
Neue SpeichermöglichkeitenDie SMA Technology AG, Niestetal, hat mit dem „Sunny Boy Smart Energy“ ein kompaktes, vollintegriertes Speichersystem konzipiert, welches sich schnell und einfach installieren lässt. Mit einer Speicherkapazität von 2 Kilowattstunden (kWh) eignet sich der Speicher ideal für den Gebrauch in Privathaushalten und ermöglicht dort einen hohen Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom. Eine langlebige Lithium-Ionen-Batterie wirkt sich positiv auf die gesamtwirtschaftliche Betrachtung des Speichersystems aus und verringert dessen Ausfallrisiko. Mit dieser Technik hat das Unternehmen den Intersolar-Award 2013 gewonnen. Quelle: PR
Durchsichtige Solarzellen auf dem HandyAuch Handys sollen bald Sonnenstrom tanken: Der französische Hersteller Sunpartner  hat eine durchsichtige Solarzelle vorgestellt, die sich hauchdünn über Smartphone-Displays installieren lässt und dann stetig Strom in den Akku speist. Das Telefon soll damit immer im Standby-Modus bleiben können – und bei Sonnenschein binnen sechs Stunden den Akku laden. Quelle: PR
Konzentrator-KraftwerkeEine ganz neue Generation von Solarkraftwerken geht gerade an den Start, bei der spezielle Linsen aus Glas das Sonnenlicht bis zu tausendfach bündeln. Die Solarzellen selbst sind nur noch so groß wie ein Fingernagel – dafür aber hocheffizient. Weil der Materialeinsatz so gering ist, sollen die Konzentrator-Zellen Strom für deutlich unter zehn Cent die Kilowattstunde liefern, heißt es beim französischen Hersteller Soitec. Dazu müssen die Solarmodule auf speziellen Ständern im Tagesverlauf der Sonnen nachgeführt werden. Zwar eignet sich die Technik nur für sonnenreiche Regionen wie Südspanien oder Nordafrika, weil sie bei leichter Bewölkung kaum noch Strom erzeugt. Dort aber könnten die neuen Solarkraftwerke bald zu einer der preiswertesten Stromquellen werden. Quelle: PR
Warmwasser mit SolarstromSolarstrom ersetzt daheim künftig sogar einen Teil des Heizöls. „In zwei Jahren fällt die Einspeisevergütung für Solarstrom unter zehn Cent pro Kilowattstunde – den Preis, den Hausbesitzer heute für Heizöl zahlen“, sagt Solar-Experte Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). „Dann lohnt es sich, Warmwasser mit Sonnenstrom zu erzeugen.“ Die Technik dazu liefert jetzt der Wechselrichterhersteller Refusol aus dem baden-württembergischen Metzingen: Das Unternehmen stellt ein System vor, das den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom über ein Heizelement direkt zur elektrischen Warmwassererhitzung nutzt. Ab September soll das Gerät im Handel sein. Quelle: PR
Party-Zelt mit StromanschlussZeltdächer sollen vor der Sonnen schützen – aber nun können sie die Sonne auch nutzen: Mit eingebauten Solarzellen liefert das Party-Zelt Strom für die Musikanlage oder zum Aufladen des Handys. Im Bild: Ein textiles Solardach des US-Herstellers Pvilion. Quelle: PR
Solarstrom vom Balkon und am BadeseeAuch Mieter haben jetzt die Chance, zum eigenen Energieerzeuger zu werden: Mit einfach installierbaren Solarmodulen für den Balkon. Das Unternehmen Minijoule im nordfriesischen Reußenköge bietet solche Anlagen zum Beispiel an. In einem Trolley lassen sie sich  inklusive Batterie sogar mit an den Badesee oder an den Strand nehmen. Dann haben Fernseher, Stereoanlage oder Smartphone auch dort immer Strom. Quelle: PR
Solar-TastaturDrahtlos-Tastaturen sind praktisch, aber nicht unbedingt umweltfreundlich – alle paar Monate fallen ein paar leere Batterien für den Abfall an. Anders bei der Solar-Tastatur K760. Die Tastatur des schweizerischen Computerzubehör-Herstellers Logitech speist Sonnenlicht in einen eingebauten Akku. So müssen die Batterien nie gewechselt werden. Einmal Sonnetanken reicht angeblich für drei Monate Nutzung. Quelle: PR
Tankstelle für das ElektroautoNie wieder Zapfsäule: Wer ein Elektroauto und eine Solaranlage besitzt, kommt diesem Traum einen Schritt näher. BMW will seine neuen Elektroautos i3 und i8 demnächst auf Wunsch zusammen mit einem Ladesystem liefern, das den Strom der heimischen Solaranlage nutzt. Wahlweise können sich die Kunden auch einen Solar-Carport des Herstellers Solarwatt bestellen. Wie teuer die Fotovoltaik-Garage sein wird und wie viel Strom sie liefert, ist noch offen. Quelle: PR
Brüstung als StromquelleGlas soll bald ganz neue Funktionen bekommen: So könnten Balkon-Brüstungen, bedruckt mit so genannten organischen Solarzellen, Strom herstellen. Das Solar-Startup Heliatek aus Dresden arbeitet an der Lösung. Quelle: PR
Strom für unterwegsOb beim Camping, Grillen oder Sommerfest: Oft wäre es hilfreich, Strom für einen Kühlschrank oder die Musikanlage dabei zu haben. Der US-Solarhersteller Goal Zero liefert die Lösung: Der Yeti-1250-Solargenerator mit einem tragbaren Solarmodul und einer Batterie liefert genug Strom, um einen kleinen Kühlschrank mehr als 20 Stunden lang zu betreiben und einen Fernseher 12 Stunden laufen zu lassen. Quelle: PR
Bürgersteig als KraftwerkSogar Bürgersteige aus Solarmodulen sind keine Fantasie mehr – der US-Solarhersteller Onyx Solar hat entsprechende Bodenplatten im Angebot. Quelle: PR

Selbstnutzer von Solarstrom aus größeren Anlagen können in Deutschland nicht mit finanziellen Entlastungen rechnen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erteilte Forderungen nach Nachbesserungen der Ökostromumlage für solaren Eigenstrom eine Absage.

„Diese Schlacht ist geschlagen“, sagte er am Freitag auf der weltgrößten Solarmesse Intersolar in München. Er werde in seiner Amtszeit nicht von seiner Haltung abrücken.

Die Solarindustrie hatte die Abgabe als „Sonnensteuer“ kritisiert und Nachbesserungen gefordert, weil sie ausgerechnet Bürger und Betriebe bestrafe, die sich an der Energiewende beteiligten. Der Bundesverband Solarwirtschaft will sogar vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Auf die Abgabe für selbst erzeugten Solarstrom hatten sich Union und SPD im vergangenen Jahr geeinigt. Demnach müssen Selbstversorger - vom Industrieunternehmen mit eigenen Kraftwerken bis zum Bürger mit einer größeren Solaranlage auf dem Dach - 40 Prozent der Ökostromumlage je Kilowattstunde als „Soli“ entrichten.

Damit sollte einer Schieflage begegnet werden: Durch die steigende Selbstversorgerzahl wurden die Umlagen beim Strompreis auf weniger Schultern verteilt, was den Preis belastete. Nur kleine Solaranlagen bis 10 Kilowatt maximaler Leistung sind von der Umlage ausgenommen.

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In der angeschlagenen deutschen Solarindustrie hatte die Regelung für einen Aufschrei gesorgt, weil sich die Anschaffung einer Solaranlage damit erst nach einer längeren Zeit rechne und dies die Nachfrage weiter dämpfe.

Die Firmen fordern seit Jahren verlässliche politische Rahmenbedingungen, um die Branche nach dem Abbau Zehntausender Arbeitsplätze und zahlreicher Insolvenzen zu stabilisieren.

Gabriel zeigte sich aber zuversichtlich, dass die deutsche Solarwirtschaft zukunftsfähig ist. Inzwischen würden bereits so viel Strom und Wärme aus Solarenergie erzeugt, dass Deutschland seinen Bedarf damit decken könnte.

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