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Milliardenverluste E.On pflegt seinen Optimismus

Der größte deutsche Versorger schreibt rote Zahlen, das Management gibt sich aber trotzdem wortmächtig und selbstbewusst.

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Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns E.On Quelle: dpa

Johannes Teyssen agiert auf der Bilanzpressekonferenz in der überdimensionierten Glashalle der E.On-Zentrale so locker wie nie. Dabei hat der E.On-Vorstandschef soeben einen Verlust in Höhe von 2,2 Milliarden Euro für das Jahr 2011 bekannt gegeben. So eine Hiobsbotschaft gab es noch nie bei Veba, Viag und Ruhrgas den zu E.On fusionierten Unternehmen. Den Schock weiß Teyssen und sein Finanzchef Markus Schenck aber gut zu verbergen.

Zunächst wird davon gesprochen, dass die „die Talsohle“ durchschritten und die Finanzverschuldung um zwei Milliarden Euro gesenkt worden sei. Und schließlich, dass 50 Prozent des Umsatzes von „regulierten Geschäften“ abhängig ist, also immer noch Rahmenbedingungen vorfindet, um die andere Dax-Konzerne die Düsseldorfer beneiden würden. Sichere Geschäfte, wie die Zwangseinspeisung von Strom der Erneuerbaren Energien in die Netze zum Beispiel oder jahrzehntelang laufende Stromverträge, beruhigen auch die Banken.

Milliardenschwerer Konzernverlust

Aber der Verlust, der durch das defizitäre Gashandelsgeschäft mit Gazprom und durch die rapide Schmälerung der Atomgewinne entstanden ist, schmerzen dennoch gewaltig - auch wenn es eine Lust ist, über Schöneres wie den Offshore-Park Amrumbank zu sprechen, der 300.000 Haushalte mit Strom versorgen soll.

Der milliardenschwere Fehlbetrag tun weh. 11.000 der 80.000 Stellen werden. So viele Mitarbeiter mussten noch nie Knall auf Fall das Haus verlassen. Vor allem die marmorne E.On-Zentrale am Rhein, ein Symbol aus besseren Tagen, muss bluten: Geschäfte werden zusammengelegt, Doppelfunktionen aufgelöst. Das hat dem Vorstand eine weitere Kampfzone beschert. Es ist der mit überaus harten Bandagen ausgetragene Streit mit den Arbeitnehmervertretern im Haus, die vor allem die Personalchefin Regine Stachelhaus hart attackierten, obwohl ihr das Personalsparpaket von Teyssen bereits entwendet und dem Vorstand Reutersberg übergeben wurde.

An diesem Tag fehlt Personalvorständin Stachelhaus auf dem Podium, sie sei krank, sagt Teyssen und fügt hinzu, dass bei einem Telefonat auch „ihre Stimme sehr krank geklungen“ habe. Die Krankschreibung klingt aus dem Mund des Vorstandschefs noch glaubwürdiger. Und der Kommunikationschef gibt sodann einen Einblick in die Art der Erkrankung, „eine verschleppte Grippe“ sei es, wird die Diagnose auf dem Podium bekannt gegeben.

Gut gerüstete Versorger
Welche Versorger seit der Energiewende umdenkenPlatz 10: VattenfallDie Studie der European School of Management (ESMT) analysiert, wie führende europäische Energiekonzerne mit den Herausforderungen der Energiewende umgehen. Der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstieg setzt deutsche Unternehmen besonders unter Druck. Gleichwohl ist die gesamte Branche betroffen, denn - so das Ziel der EU - ganz Europa soll umsteigen auf eine nachhaltige, kohlendioxidarme Stromerzeugung. In der Studie wurden die Forschungsaktivitäten der Unternehmen, aber auch Produktivität und Nachhaltigkeit bewertet. Auf Platz 10 im Innovationsindex schafft es der schwedische Konzern Vattenfall. Für Wachstum im Konzern soll zukünftig grüne Energie sorgen. Noch stützen sich die Aktivitäten in Deutschland aber stark auf den Braunkohletagebau. Das Bild zeigt einen Schaufelradbagger im südbrandenburgischen Welzow. Quelle: dpa
Platz 9: EonNachdem sie jahrelang vernachlässigt wurden, rücken die Erneuerbaren Energien immer stärker in den Fokus der deutschen Stromriesen. Nicht der Großkraftwerksbau, sondern Windparks in Nord- und Ostsee oder Photovoltaik-Anlagen im Süden, Geothermie oder Biomasseanlagen gelten als die Geschäftsfelder der Zukunft. Alle 18 Monate, versprach Eon-Konzernchef Johannes Teyssen unlängst, werde das Unternehmen künftig einen neuen Windpark anfahren. Eine Summe von mindestens 7 Milliarden Euro wollen die Düsseldorfer in den kommenden sieben Jahren in Erneuerbare stecken. Ein Projekt ist der Windpark Amrumbank West, wo in drei Jahren 80 Turbinen Windstrom für 300.000 Haushalte produzieren sollen. Im Innovationsindex landet Eon auf Platz neun. Quelle: dpa
Platz 8: EnelDer italienische Energieriese Enel ist mit einem Umsatz von 72 Milliarden Euro der drittgrößte europäische Versorger hinter Eon und GDF Suez, aber noch vor Electricité de France. Vor vier Jahren gelang es Enel den damals größten spanischen Versorger Endesa zu übernehmen, obwohl sich auch Eon monatelang um diesen bemüht hatte. Seitdem hat Enel ein starkes Standbein in Spanien, ebenso in Südamerika. In der Studie schafft es Enel immerhin auf den achten Platz. Quelle: dpa
Platz 7: StatkraftDer norwegische Konzern Statkraft ist der europaweit größte Erzeuger erneuerbarer Energien - und landet im Ranking auf Platz sieben. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas- und Fernwärmekraftwerke und beschäftigt 3.300 Mitarbeiter in über 20 Ländern. Statkraft betreibt allein in Deutschland zehn Wasserkraftwerke. Das Bild zeigt die Alltwalis Windfarm in Wales.
Platz 6: DongIm Innovationsindex landet der dänische Energieversorger Dong auf Platz sechs. Das Unternehmen betreibt einige der größten Windparks in der Nordsee. Der auf dem Bild gezeigte Windpark - 30 Kilometer westlich von Jütland gelegen - besteht als 91 Windturbinen (Kapazität: 209 Megawatt). Auch vor der deutschen Küste ist Dong aktiv: Das Unternehmen plant für eine Investitionssumme von 1,25 Milliarden Euro den Bau eines Offshore-Windparks vor Borkum. Die Gesamtkapazität soll bei 320 Megawatt liegen; die Strommenge würde ab 2014 den Bedarf von etwa 330.000 Haushalten decken. Quelle: ap
Platz 5: EDPAlle in der Studie untersuchten Energiekonzerne haben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahren stark angehoben - insgesamt um mehr als 40 Prozent. Der portugiesische Stromerzeuger EDP ist in diesem Bereich besonders stark - und landet in der Rangliste der innovativsten europäischen Versorger auf Platz fünf. Doch nicht nur deshalb standen die Bieter Schlange, als der schuldengeplagte Staat seinen 21-Prozent-Anteil an EDP (Energias de Portugal) im November 2011 verkaufte. Mit dem Einstieg bei EDP ist auch der Vorstoß auf den brasilianischen Markt verbunden, wo der portugiesische Konzern stark vertreten ist. Am Ende erhielt der chinesische Investor „China Three Gorges Cooporation“ für 2,69 Milliarden Euro den Zuschlag. Eon ging leer aus. Quelle: Reuters
Platz 4: GDF-Suez Die Grande Nation setzt nur auf Atomkraft? Nein, nicht mehr. In Reihen der französischen Energie-Manager hat ein Umdenken eingesetzt, auch wenn der Vorstandschef von GDF-Suez, Gerard Mestrallet (Bild), den Jahresgewinn von 17 Milliarden Euro noch auf traditionellem Weg eingefahren hat. Derzeit nimmt Frankreichs erster Windpark auf See Gestalt an. GDF Suez bewirbt sich für den Standort vor dem bretonischen Ferienort Saint Brieuc, wo bis zu 500 Megawatt Energie erzeugt werden sollen. Insgesamt sollen nach Angaben der Regierung durch das Zehn-Milliarden-Euro-Projekt vor der französischen Küste bis zu 600 Windräder entstehen, die bis 2015 zusammen drei Gigawatt Strom erzeugen sollen - etwa so viel wie drei Atomkraftwerke. Bis 2020 sind sogar 1200 Windräder mit einer Produktion von sechs Gigawatt geplant. GDF-Suez will kräftig mitmischen und kommt im Innovationsindex auf Platz vier. Quelle: dpa

Teyssens Mittelweg

Teyssen ist heute wortgewaltig und macht das Dilemma, in dem E.On steckt, überdeutlich. Die politisch bisher wenig konkretisierte Energiewende beschreibt Teyssen nicht so krass ablehnend wie der Noch-Chef von RWE, Jürgen Großmann. Aber er lobt die Energiewende auch nicht wie Siemens-Chef Peter Löscher in bundesweiten Anzeigen.

Teyssen wählt einen fast schon Mittelweg, der das vordergründige Lob der Energiewende sogleich zu einem vergifteten macht: „Eine qualitative Bewertung der Energiewende ist entbehrlich“, sagt er fast fröhlich, „wir müssen sie begleiten“, sagt er gespielt einsichtsvoll, um als nächstes den Hammer herauszuholen. „Was nützt es, wenn wir die Energiewende nicht gut finden und sie nicht gut finden?“ Das „Opfer ist dann Deutschland“, und das ist Teyssen entschieden zu viel.

Ob die Energiewende gut oder schlecht sei, schlängelt sich Teyssen vordergründig wohlmeinend, in Wirklichkeit ätzend, werde sich „sowieso erst in einer Generation entscheiden“. Solange dauert also die Zitterpartie um Blackouts in schwierigen Wetterlagen, in Kälteperioden im Winter zum Beispiel, wo viel Strom verbraucht wird und die Atomkraftwerke fehlen.

Ein riskanter Weg

Die Sparpläne der Versorger
Wie die Energiekonzerne sparen wollen Quelle: dpa
RWE will jetzt auch bei den Gehältern seiner leitenden und außertariflichen Angestellten sparen. Das Unternehmen strebe für 2014 eine Nullrunde bei dieser Personengruppe an, sagte eine Unternehmenssprecherin am 29. November. Betroffen seien über 6000 Mitarbeiter in Deutschland, europaweit sogar 16.000 Beschäftigte. In einem internen Schreiben kündigte der RWE-Vorstand nach Angaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ an, diesem Mitarbeiterkreis 2014 „keine generelle Gehaltserhöhung zu gewähren“. Hintergrund sei die schwache Ertragskraft des Konzerns, die 2014 zu einem deutlichen Ergebnisrückgang führen werde. Neben den Aktionären, die für 2013 eine halbierte Dividende hinnehmen müssen, sollten alle Beschäftigten „ihren Beitrag zur langfristigen Sicherungen der Finanzkraft leisten“. Durch die Maßnahme will der Konzern einen zweistelligen Millionenbetrag sparen. Quelle: dpa
Angesichts der düsteren Aussichten auf dem deutschen Energiemarkt sollen bis 2016 weitere 6750 Stellen wegfallen oder durch Verkauf abgegeben werde, 4750 davon in Deutschland. Terium will auch auf Management-Ebene über Gehaltskürzungen sprechen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es soweit möglich nicht geben. RWE setzte auf die konzerninterne Jobbörse, Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation. Den bis Ende 2014 garantierten tariflichen Kündigungsschutz will Terium angesichts der Lage nicht verlängern. Von 2011 bis Ende 2013 hat RWE bereits 6200 Stellen abgebaut oder durch Verkauf abgegeben. Der neue Abbau trifft vor allem die Kraftwerkssparte mit 2300 Stellen. Im Rahmen des Effizienzprogramms „RWE 2015“ fallen 2400 Stellen weg, und durch den geplanten Verkauf der Ölfördertochter Dea weitere 1400 Stellen. Auch die Tochter für erneuerbare Energien RWE Innogy speckt ab - 250 Stellen gehen verloren. Zum Jahresende 2013 verringert sich die Zahl der Stellen von 67.400 auf knapp 61.000. Ende 2011 arbeiteten noch 72.000 Menschen für RWE. Quelle: dpa
Bei RWE greifen mittlerweile mehrere Spar- und Effizienzprogramme ineinander. Im Rahmen des Programms RWE 2015 will Terium bis Ende des kommenden Jahres 1 Milliarde Euro einsparen. Zunächst hieß es, die Zahl der Mitarbeiter solle um 8000 sinken, mittlerweile ist von über 10.000 Stellen die Rede. 3000 davon sollten durch Verkäufe von Unternehmensteilen wegfallen. Nun legte Chef Peter Terium nochmals nach (siehe vorangegangenes Bild). Quelle: dpa
Besonders betroffen ist die Kraftwerkstochter RWE Generation. Im Rahmen des Programms NEO sollen die Kosten hier jährlich um 750 Millionen Euro gesenkt werden. Die Kraftwerkstochter soll 3000 Stellen streichen. Die Sparte hat derzeit 18.000 Beschäftigte. Im Rahmen des Atomausstiegs hat RWE bereits das Kernkraftwerk Bibilis stillgelegt, Lingen, und Mülheim-Kärlich befinden sich im Rückbau. In Betrieb sind noch Emsland, Gundremmingen (75% Beteiligung) und Borssele (Niederlande, 30 % Beteiligung) Quelle: dapd
EnBWDer baden-württembergisch Energieversorger zieht aus seiner Ertragskrise weitere Konsequenzen und verkleinert den Vorstand von fünf auf vier Personen. Vorstand Dirk Mausbeck, bisher für Vertrieb und Marketing verantwortlich, wird mit Ablauf seines Vertrages am 30. September 2014 das Unternehmen verlassen. Seine Aufgaben übernimmt zum Teil Vorstandschef Frank Mastiaux (Foto). Die Sparten Handel und Verteilnetze sollen noch verteilt werden. EnBW kämpft in Folge der Energiewende mit schrumpfenden Erträgen. Mastiaux will den einst stark auf Atomkraft setzenden Konzern auf die Erzeugung von erneuerbarer Energie und auf neue Serviceangebote für die Strom- und Gaskunden trimmen. Dazu ist bereits ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt worden... Quelle: dpa
Um den Konzern effizienter zu machen, sollen Kerngesellschaften auf die EnBW AG verschmolzen und Tochtergesellschaften verkauft werden. Das im Oktober 2010 angestoßene Effizienzprogramm "Fokus" soll bis Ende 2014 jährlich eine Entlastung von 750 Millionen Euro bringen. Bis Ende 2014 werden 1350 Stellen bei EnBW gestrichen - das soll Einsparungen von rund 200 Millionen Euro bringen. Der Umbau soll sozialverträglich organisiert werden. Freie Stellen - vor allem in der Verwaltung - werden nicht neu besetzt, Altersteilzeitangebote umgesetzt und Abfindungen gezahlt. Vor dem Sparprogramm arbeiteten 21.000 Menschen für EnBW. EnBW hat im Zuge der Energiewende das Kernkraft Neckarwestheim bereits teilweise stillgelegt, das Werk Obrigheim befindet sich im Rückbau. Am Netz sind noch Philippsburg und Fessenheim, Frankreich / Elsass (17,5% Beteiligung). Quelle: dpa

„Wenn Sie einen riskanten Weg gehen“, sagt Teyssen, „müssen Sie diesen Weg effizient gehen“. Den riskanten Weg geht Kanzlerin Angela Merkel. Teyssen muss für Effizienz sorgen. Das klappt noch nicht ganz, die Konzernrechnung quittiert das Abschalten einiger Atomkraftwerke sogleich mit einem Milliardenverlust. Für einen gesunden Risikoausgleich innerhalb des Konzernportfolios steht so ein Verlust nicht gerade.

Wenigstens an den Plänen für die Errichtung neuer Atomkraftwerke in England hält E.On und „unser Partner RWE“ fest, so Teyssen selbstbewusst. Bisher sei da aber genehmigungstechnisch nichts passiert. „Ich werde Ihnen aber rechtzeitig zusammen mit Herrn Großmann oder Herrn Terium über das Projekt berichten, wenn es soweit ist“, sagt Teyssen in Anspielung an den Führungswechsel bei RWE, der im Juli ansteht. Dann wird der Pro-Atom-Manager Großmann durch den Atomskeptiker und Braunkohle-Freund Peter Terium abgelöst.

Eines steht für Teyssen aber jetzt schon fest: „Wir werden den Projektbeginn für ein neues Kernkraftwerk in England nicht von Deutschland aus verkünden“, sagt der E.On-Chef.

Hoffnungsschimmer am Horizont

Für E.On stellt sich nun spät heraus, dass frühere, hart kritisierte Entscheidungen sich nun als Hoffnungsschimmer am Horizont erweisen. Der sibirische Kraftwerkspark OGK-4 zum Beispiel, der 6000 Kilometer von der Zentrale in Düsseldorf entfernt vor fünf Jahren als schwer zu bändigen galt. Russlands Präsident Wladimir Putin wollte bei der Investitionsentscheidung des Teyssen-Vorgängers Wulf Bernotat eigentlich die Strompreise freigeben, was eine Erhöhung für das russische Volk bedeutet hätte. Putin hielt sich nicht an sein Versprechen, günstige Strompreise für sein Wahlvolk waren ihm wichtiger als die Gewinn- und Verlustrechnung von E.On.

Nun aber geht die Saat von Bernotat auf, OGK-4 bringt Gewinne, und das auch noch in einem Schwellenland, das prototypisch für ein Land steht, in dem E.On künftig seine Investitionen konzentrieren will. Die Hälfte der Erlöse von OGK-4 kommen aus bezahlter Kapazitätsbereitstellung – und das macht das russische Investment zum Pluspunkt in schwierigen Energiewendezeiten. Bernotat sagte damals, als er im Mai 2010 den Stab an Teyssen abgab, dass man seine Erfolgbilanz einst mit dem russischen Investment in Verbindung bringen werde. Die Hoffnung scheint nun Realität zu werden.

Teyssen sucht nun nach eigenem Profil. Ein reines Energiewende-Opfer will er nicht werden. Er sucht lohnende Investitionsmöglichkeiten in Schwellenländern, ganz weit weg von Europa. In Brasilien hat er bereits einen Partner gefunden für neue Kraftwerke, im zweiten Quartal 2012 soll die Arbeit beginnen. Weitere Regionen, in denen Teyssen expandieren will, sind Indien und die Türkei. Doch der indische Energiemarkt ist fast noch schwieriger als der deutsche. Der Indien ist von der Energieversorgung her aufgesplittet, überall herrschen andere gesetzlichen Rahmenbedingungen – eine Herausforderung für das E.On-Lobbying.

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Aber Probleme, die in der Ferne liegen, sind zumindest besser als Probleme direkt vor der Haustür. Und die sind ganz handfest. E.On-Manager wissen zu berichten, dass im kalten Februar der Süden Stuttgarts fast im Dunklen gelegen hätte, weil die Stromversorgung so eng wurde, dass praktisch keine Reserven mehr da waren. Für ganz Baden-Württemberg hätte es praktisch nur eine Reserve von 100 Megawatt gegeben, und das ist „in der Energiewirtschaft nur ein Wimpernschlag“, sagt ein E.On-Manager, der nun eilig davon fahren muss. Denn die Analysten warten, denen er den Milliardenverlust bei E.On sehenden Auges erklären muss.

Der Optimismus, den Teyssen trotz des Desasters ausstrahlt, treibt den Aktienkurs zwischenzeitlich nach oben, um sechs Prozent an diesem Tag.

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