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Nach Übernahme Uniper und Fortum um Schulterschluss bemüht

Uniper & Fortum ringen um Einvernehmen Quelle: dpa

Die einstige Eon-Tochter Uniper ist um Versöhnung mit ihrem neuen Großaktionär, dem finnischen Energiekonzern Fortum, bemüht. Eine Sonderprüfung steht weiter im Raum.

Nach dem Abwehrkampf gegen die Übernahme durch die finnische Fortum ringen die ehemalige Eon-Tochter Uniper und der neue Großaktionär um Einvernehmen. "Auf beiden Seiten gibt es Bemühungen, sich anzunähern", sagte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück. Doch vor allem in Bezug auf die von einem Investor beantragte Sonderprüfung zur mutmaßlichen Blockade-Haltung des Uniper-Managements müsse Fortum für eine Klarstellung sorgen. "Fortum muss entscheiden, wie sie zu dem Thema Sonderprüfung stehen", sagte Delbrück.

Fortum hatte im Juni von Eon etwa 47 Prozent an deren Kraftwerkstochter für 3,8 Milliarden Euro übernommen. Uniper-Chef Klaus Schäfer, der derzeit wegen einer Krebserkrankung pausiert, hatte sich lange gegen den Vorstoß der Finnen gestemmt, die mit einer Offerte an die freien Aktionäre kaum weitere Anteile einsammeln konnten. Die Sonderprüfung hatte die Luxemburger Aktionärin Cornwall ins Spiel gebracht. Sie forderte, die Abwehrmaßnahmen des Uniper-Managements gegen einen Einstieg von Fortum unter die Lupe zu nehmen. Hinter Cornwall steht der Hedgefonds Elliott, der nach letzten Angaben mehr als acht Prozent an Uniper hält.

Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Kosten für Verschmutzungsrechte erklärte Delbrück, 20 Euro pro Tonne seien kein Anreiz für einen zeitnahen Ausstieg aus der Kohleverstromung und einen größeren Einstieg in die Erdgasverstromung. "Um einen schnelleren Wechsel zu erreichen, müsste man sich um 30 Euro bewegen."

CO2-Zertifikate markierten am Montag mit 21,79 Euro je Tonne ausgestoßenes CO2 ein Zehn-Jahreshoch. Die für 2019 von der EU geplante Verknappung der ausgegebenen Verschmutzungsrechte sorgt derzeit für Panikkäufe. Die EU will mit der Verknappung das aktuelle Überangebot an diesen Papieren, mit denen die Unternehmen das Recht erwerben, Treibhausgase auszustoßen, reduzieren.

Wegen der sinkenden europäischen Industrieproduktion als Folge der Schuldenkrise waren die CO2-Emissionen und damit auch die Preise der Verschmutzungszertifikate in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dadurch gibt es für die Firmen weniger Anreize, in umweltfreundliche Technologien zu investieren.

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