Niedriger Ölpreis Neue Übernahmewelle bei Energieunternehmen

Der niedrige Ölpreis zwingt Öl- und Gasunternehmen, sich neu zu sortieren. Stellenstreichungen und weniger Bohrlöcher reichen nicht, um den Preisverfall zu kompensieren. Die Energieexperten von AT Kearney erwarten eine neue Übernahmewelle in der Öl- und Gasbranche.

Wer vom billigen Öl profitiert – und wer verliert
Jemand arbeitet an einer Tragfläche eines Flugzeugs Quelle: PR
Autos Quelle: AP
Jemand greift nach Körperpflegeprodukten in einem Regal Quelle: REUTERS
Containerschiff Quelle: dpa
Lastwagen der Deutschen Post Quelle: dpa
Packungen mit Medikamenten Quelle: dpa
Anlage mit Tank, auf dem BASF steht Quelle: dpa
Ein Mann steht vor einem BP-Logo Quelle: dpa
Kreml und Kirche in Moskau Quelle: dpa
Fracking-Anlage Quelle: dpa

Es geht noch weiter nach unten mit dem Öl-Preis. Die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) fördert trotz eines Überangebotes auf dem Welt-Ölmarkt munter weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet derzeit nur noch knapp 49 Dollar. Der Preis für das Fass der US-Sorte WTI fiel auf rund 45 Dollar. Seit dem vergangenen Sommer sind die Ölpreise auf dem Weltmarkt um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Für Verbraucher ist das gut: Benzin kostet so wenig wie schon lange nicht mehr. Auch energieintensive Unternehmen, etwa Chemiekonzerne, freuen sich über sinkende Energiepreise.

In der Öl- und Gasbranche dagegen rappelt es gehörig. Siemens-Chef Joe Kaeser musste sich auf der Hauptversammlung Anfang der Woche für die Übernahme des US-Unternehmens Dresser-Rand, einem Zulieferer für die Öl- und Gasindustrie, vor den Aktionären rechtfertigen.

Im vergangenen September hatte Siemens den US-Spezialisten, ein Hersteller von Kompressoren, Turbinen und Motoren, für immerhin 6,8 Milliarden Euro übernommen. Siemens wolle vom Öl- und Gasboom durch das Fracking-Geschäft in den USA profitieren. Soweit der Plan.

Was den Ölpreis bestimmt

Wegen des gefallenen Ölpreises wird die unkonventionelle Förderung nach Öl und Gas im unterirdischen Gestein immer weniger rentabel. Der Boom ist verpufft. In der gesamten Branche wird gespart - sowohl bei Investitionen in neue Bohrlöcher also auch beim Personal. Inzwischen wurden in der Branche rund 30.000 Stellen gestrichen.

Trotzdem sind Zukäufe in der Öl- und Gasbranche nicht unbedingt ein strategischer Fehler. „Kleinere Spezialisten, besonders aus dem Öl-Service-Bereich, die neue Technologien für die Förderung von Öl und Gas entwickeln, bieten gute Chancen“, sagt Richard Forrest, globaler Leiter der Beratungssparte Energie und Prozessindustrie bei AT Kearney.

Die Branche werde immer technologiegetriebener, um auch geographisch schwer zu erschließende Öl- und Gasressourcen rentabel fördern zu können. Zwar sei der Ölpreis drastisch gefallen, aber der mittel- bis langfristige Ausblick für die Branche sei positiv.

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