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Nord Stream 2Wintershall erwartet bei Pipeline-Aus Entschädigung für Projektfirma

Kanzler Olaf Scholz stoppte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine den Zertifizierungsprozess von Nord Stream 2. Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea erwartet bei einem Aus der Pipeline eine Entschädigung. 24.02.2022 - 11:49 Uhr

Tiefpumpen auf dem Gelände von Wintershall Dea in Niedersachsen.

Foto: dpa

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea geht bei einem Aus für die Gaspipeline Nord Stream 2 von einer Entschädigung für die Projektgesellschaft aus. Nach Einschätzung von Wintershall Dea sei zurzeit kein belastbares Szenario denkbar, in dem es zu politischer Intervention ohne Entschädigung käme, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens. Auch wenn das bisher noch nicht abgeschlossene Zertifizierungsverfahren die Inbetriebnahme verzögere, rechne Wintershall Dea damit, dass die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Finanzinvestoren erfüllt würden.

Wintershall Dea ist an der Finanzierung der umstrittenen Pipeline beteiligt, das Unternehmen hat der Projektgesellschaft ein Darlehen über 730 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Als Reaktion auf das russische Vorgehen in der Ukraine hatte die Bundesregierung die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 am Dienstag auf Eis gelegt. US-Präsident Joe Biden kündigte Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und deren Management an. Russland startete in der Nacht zum Donnerstag über mehrere Flanken einen Angriff auf die Ukraine.

Die in Zug in der Schweiz ansässige Projektgesellschaft gehört dem russischen Staatskonzern Gazprom. An der Finanzierung sind auch der Versorger Uniper, die österreichische OMV, die französische Engie und Shell beteiligt. Die Gesamtkosten waren auf 9,5 Milliarden Euro beziffert worden. Wintershall Dea entstand 2019 aus dem Zusammenschluss der BASF-Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea. BASF ist mit 67 Prozent beteiligt, die Investmentfirma Letter One des russischen Unternehmers Michail Fridman hält als ehemalige Dea-Eignerin 33 Prozent.

Im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres fuhr Wintershall Dea dank der hohen Energiepreise einen bereinigten Betriebsgewinn von 1,5 Milliarden Euro ein nach 500 Millionen Euro vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr sprang er auf 3,83 Milliarden Euro von 1,64 Milliarden Euro in die Höhe. Die Produktion lag 2021 mit 634.000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag um rund zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. 2022 strebt Wintershall Dea 610.000 bis 630.000 BOE pro Tag an. Der Betriebsgewinn soll leicht zulegen.

Mehr zum Thema: Haftet der Steuerzahler für den Stopp von Nord Stream?

rtr
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