Ökostrom-Umlage RWE erhöht Preise für 750.000 Kunden

Zum Jahreswechsel erhöht der nächste Stromriese seine Preise. Gut 750.000 RWE-Kunden müssen sich auf eine höhere Stromrechnung ab dem 1.1.2014 einstellen. Grund ist - wieder einmal - die Ökostrom-Umlage.

Günstigerer Strom nicht in Aussicht
Das Vergleichsportal Check 24 zählt aktuell 718 Stromanbieter, die ihre Preise im Januar oder Februar des neuen Jahres erhöhen. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5.000 kWh wird der Strom im Durchschnitt 12,07 Prozent teurer. In den Top-Ten der Grundversorger, die ihre Preise am stärksten erhöhen, befinden sich auf dem zehnten Platz die Stadtwerke Zeil a. Main. Die Kunden müssen hier 17,97 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Das entspricht bei einem Verbrauch von 5.000 kWh pro Jahr rund 226 Euro mehr als zuvor. Quelle: dpa
Auf dem neunten Platz liegen die Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH mit einer Differenz von 18,09 Prozent zum alten Preis. Damit verlangt der Versorger 232 Euro mehr für seinen Strom. Quelle: dpa
Die städtischen Werke Borna GmbH befinden sich auf dem achten Platz der Strompreiserhöhungen im neuen Jahr. 18,35 Prozent müssen die Verbraucher mehr bezahlen - das sind 260 Euro mehr als im Vorjahr. Quelle: dpa
Auch in Fürth wird es für Stromkunden teurer: Die infra fürth GmbH verlangt 18,92 Prozent mehr - was 257,50 Euro entspricht. So liegt der Versorger auf Platz sieben. Quelle: dpa
Auf dem sechsten Platz befindet sich die EMB Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt GmbH & Co. KG mit einer Preiserhöhung von 19,05 Prozent. Hier müssen Verbraucher 236 Euro auf den alten Preis draufzahlen. Quelle: dpa
Den fünften Platz erreichen die Stadtwerke Borken/Westf. GmbH. Der Grundversorger hat seine Preise um 19,12 Prozent erhöht, was für den Verbraucher bedeutet, dass er 232 Euro mehr zahlen muss als zuvor. Quelle: dapd
Mit einer Erhöhung um 19,13 Prozent liegen die Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH auf Platz vier. Hier muss der Verbraucher bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh 230,50 Euro zusätzlich zahlen. Quelle: dpa

Rund 750.000 Kunden des Essener Energieversorgers RWE müssen sich zum Jahreswechsel auf steigende Strompreise einstellen. Mehr zahlen sollen ausgerechnet Verbraucher mit sogenannten "Preisgarantie-Verträgen", auch Kunden mit Nachtspeicher-Heizungen werden stärker zur Kasse gebeten. Das berichtet die in Essen erscheinende Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Zur Begründung verwies RWE auf die steigenden Kosten durch die Ökostrom-Umlage.

Wie RWE auf Anfrage der WAZ mitteilte, erhöht sich für Haushaltsstrom-Kunden der Preis je nach Vertrag um 2,8 bis 6,3 Prozent - das entspricht Preissteigerungen von 0,82 bis 1,16 Cent pro Kilowattstunde (brutto). Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden können also Zusatzkosten in Höhe von rund 35 Euro entstehen. RWE zählt rund 500.000 Verbraucher mit "Preisgarantie-Verträgen", das sei etwa "jeder vierte bis fünfte Kunde", sagte ein Unternehmenssprecher.

Wärmestrom-Kunden von RWE müssen sich auf Preiserhöhungen in Höhe von 3,7 Prozent einstellen. Als Grund nennt RWE auch hier den Anstieg der Erneuerbare-Energien-Umlage, die sich von 5,3 Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde erhöht. "Wir agieren an dieser Stelle als Inkasso-Unternehmen des Staates", sagte der RWE-Sprecher. Der Konzern zählt etwa 250.000 Wärmestrom-Kunden. Gerade im Ruhrgebiet sind Nachtspeicher-Heizungen weit verbreitet.

Bundesweit müssen die Stromverbraucher zum Jahreswechsel mit einer Welle von Preiserhöhungen rechnen. "Wir zählen 290 Versorger mit Preiserhöhungen zum 1. Januar von durchschnittlich 3,4 Prozent", berichtet Florian Krüger vom Preisvergleichsportal Verivox. In der Grundversorgung will RWE die Preise allerdings vorerst stabil halten.

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Dass ausgerechnet Stromkunden mit "Garantie-Verträgen" mehr Geld zahlen sollen, stößt bei Verbraucherschützern auf Kritik. "Wir halten nichts von scheinbaren Preisgarantien beim Strom, die durch Kleingedrucktes in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wieder ausgehebelt werden", sagt Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale NRW. Er betonte, dass Kunden bei jeder Strompreiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht haben. Eingeschränkte Preisgarantien sind nach Beobachtung von Verivox keine Seltenheit. Die Versorger garantieren in der Regel nur die Preisbestandteile, die sie selbst beeinflussen können, behalten sich aber vor, Änderungen staatlicher Steuern, Abgaben und Umlagen an ihre Kunden weiterzugeben.

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