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ÖlkonzernOMV belasten gesunkene Öl- und Gaspreise

Letztes Jahr fuhr der Energiekonzern wegen des Preishochs einen Rekordgewinn ein. Wegen niedriger Öl- und Gaspreise fielt der CCS Ebit der OMV um 21 Prozent. 28.04.2023 - 12:54 Uhr

Die OMV hat mit dem Gasriesen Gazprom einen Liefervertrag bis 2040.

Foto: imago/SKATA

Dem österreichischen OMV-Konzern haben zum Jahresstart die deutlich gesunkenen Öl- und Gaspreise sowie ein schwächeres Chemiegeschäft zu schaffen gemacht. Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis (CCS Ebit) fiel im ersten Quartal um 21 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro, wie der Öl-, Gas- und Chemiekonzern am Freitag mitteilte.

Der CCS Überschuss sank um vier Prozent auf 1,03 Milliarden Euro. OMV liegt damit aber über den Erwartungen der Analysten, die mit einem CCS Ebit von 1,86 Milliarden Euro und einem CCS Überschuss von 884 Millionen Euro gerechnet hatten.

Vorstandschef Alfred Stern zeigte sich angesichts des volatilen Umfelds dennoch zufrieden. „Es ist das zweithöchste Ergebnis im ersten Quartal in der Unternehmensgeschichte und zeigt, wie gut wir mit unserem integrierten Geschäftsmodell aufgestellt sind“, betonte der Manager. Die OMV berichtet seit dem laufenden Geschäftsjahr über drei Geschäftsbereiche: Energy, Fuel & Feedstock sowie Chemicals & Materials.

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Geprägt war der Jahresstart von deutlich niedrigeren Öl- und Gaspreisen, nachdem die OMV im Vorjahr aufgrund des Höhenfluges der Energiepreise noch einen Rekordgewinn einfuhr. „So lag der Brent-Preis mit 81 Dollar 21 Prozent und der Gaspreis am Trading-Hub Europa mit rund 54 Euro je Megawattstunde 44 Prozent unter dem Vorjahresquartal“, sagte Stern. Bemerkbar machte sich dies in der Sparte Energy, wo das operative Ergebnis vor Sondereffekten um 23 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro schrumpfte.

Die Produktion sei um 80.000 Barrel auf 376.000 Barrel pro Tag gesunken, was vor allem auf die weggefallenen Mengen in Russland zurückzuführen sei. Die OMV, die eine Beteiligung am russischen Gasfeld Juschno-Russkoje hat, rechnet die Förderung in dem Land seit März 2022 nicht mehr in die Gesamtproduktion ein. Auch Gewinne kann sie von ihrer knapp 25-prozentige Beteiligung aufgrund es Ukraine-Krieges nicht mehr abschöpfen.

Chemiesparte schrumpft auf 84 Prozent

Bezüglich der Gaslieferungen von Russland nach Österreich sagte Stern, dass Gazprom derzeit 100 Prozent der vereinbarten Mengen liefere. Die OMV besitzt mit dem Gasriesen einen Liefervertrag bis 2040. „Solange Gazprom Gas liefert, sind wir vertraglich verpflichtet die Mengen zu nehmen“, sagte Stern.

Neben den niedrigeren Erdgaspreise schwächelte vor allem die Chemiesparte, die der OMV-Chef als Wachstumstreiber erkoren hat. Dieser Geschäftsbereich soll den Wandel der OMV weg von fossilen Rohstoffen hin zu einem klimaneutralen Konzern bis spätestens 2050 sicherstellen. Im ersten Quartal schrumpfte das operative Ergebnis vor Sondereffekten hier um 84 Prozent auf 94 Millionen Euro.

Grund dafür seien niedrigere Margen und Verkaufsmengen, signifikant negative Lagerbewertungseffekte sowie ein erheblich niedrigerer Beitrag des Stickstoffgeschäfts der Kunstofftochter Borealis, erklärte Stern. Auch für das Gesamtjahr rechnet er mit geringeren Chemie-Margen als im Vorjahr.

Zulegen konnte die OMV hingegen im Bereich Fuels & Feestock, wo sich das operative Ergebnis vor Sondereffekten auf 581 (209) Millionen Euro mehr als verdoppelte. Grund dafür seien höhere Raffineriemargen. Der Auslastungsgrad der Raffinerien lag bei 93 (94) Prozent. Die Kraftstoff-Verkaufsmengen seien mit 3,7 Millionen Tonnen stabil geblieben, hieß es.

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rtr
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