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Ölpreisverfall Gewinn von Exxon und Chevron bricht ein

Die großen US-Ölkonzerne leiden massiv unter dem Preisverfall: Exxon Mobil verliert im zweiten Quartal die Hälfte des Gewinns, bei Chevron beträgt das Minus sogar 90 Prozent. Die Verbraucher genießen aber auch Vorteile.

Bei Exxon fiel der Gewinn um 52 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Quelle: AP

Die Leidenszeit für die großen Ölkonzerne hält an: Branchenschwergewichte wie Shell, BP, Exxon Mobil oder Chevron müssen wegen der anhaltend niedrigen Ölpreise kräftige Abstriche beim Gewinn machen. Massiver Stellenabbau und tiefe Einschnitte bei den Investitionen sind die Folge. Die Hoffnung auf einen Preisanstieg ist zuletzt wieder geschwunden, das zwingt die Multis, sich auf eine Ära des billigen Öls einzustellen. Was den Konzernen das Leben schwer macht, ist für Verbraucher allerdings eine gute Nachricht.

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„Die Ölmultis bleiben weiterhin in Bedrängnis“, sagt Fondsmanager und Branchenexperte Roberto Cominotto vom Vermögensverwalter GAM. Das hätten die Geschäftszahlen für das vergangene Quartal deutlich gezeigt. Nahezu alle Unternehmen, deren Erträge von der Entwicklung des Ölpreises abhängen - neben den großen Förderern auch Servicedienstleister wie Schlumberger, Baker Hughes, Halliburton oder ConocoPhillips - mussten deutlich gesunkene Einnahmen hinnehmen.

Und die Konzerne reagieren. So will der Energieriese Royal Dutch Shell im laufenden Jahr 6500 Arbeitsplätze abbauen, die Investitionen um sieben Milliarden Dollar verringern, und Unternehmenswerte in Milliardenhöhe verkaufen. Im zweiten Quartal war der Gewinn um über ein Drittel eingebrochen. „Es ist ein schwieriges Umfeld für die Industrie“, sagte Shell-Chef Ben van Beurden. Der Konzern stelle sich nun auf eine noch längere Phase niedriger Ölpreise ein.

Wer vom billigen Öl profitiert – und wer verliert
Jemand arbeitet an einer Tragfläche eines Flugzeugs Quelle: PR
Autos Quelle: AP
Jemand greift nach Körperpflegeprodukten in einem Regal Quelle: REUTERS
Containerschiff Quelle: dpa
Lastwagen der Deutschen Post Quelle: dpa
Packungen mit Medikamenten Quelle: dpa
Anlage mit Tank, auf dem BASF steht Quelle: dpa

Beim US-Branchenprimus ExxonMobil sieht es ähnlich aus: Von April bis Juni stürzte der Überschuss um rund die Hälfte auf 4,2 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro) ab, wie der gemessen am Börsenwert weltgrößte Ölkonzern am Freitag mitteilte. Es war das schwächste Ergebnis seit sechs Jahren. Der Umsatz sank um etwa ein Drittel auf 74,1 Milliarden Dollar.

Fast zeitgleich meldete auch der US-Rivale Chevron heftige Einbrüche bei Gewinn und Umsatz. In den letzten zwölf Monaten hat sich Rohöl um etwa die Hälfte verbilligt - und ein rascher Anstieg ist nicht in Sicht.

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