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Offshore-Parks Siemens verheddert sich im Windkraftgeschäft

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Umstrukturierung bei Siemens

Tim Dawidowsky, CEO der Business Unit Transmission der Siemens AG, Forschungsabteilung Quelle: Martin Hangen für WirtschaftsWoche

Entscheidender Mann unter Springer, der solche Vorschläge bieten muss, ist Tim Dawidowsky. Der hagere Manager leitet seit Anfang Juli die umorganisierte Sparte Übertragungslösungen. Der 45-jährige Wirtschaftsingenieur weiß: Er muss retten, was noch zu retten ist.

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„Das Ding wird zu Ende gemacht und auf See gehen“, brummt Dawidowsky fast beschwörend, während er auf der Werft in Wismar durch die halb fertige Umspannplattform klettert. Jeden Freitag lässt er sich Bericht erstatten über den Fortgang der Arbeiten. Um die Fertigung zu beschleunigen, stellt Siemens seit Monaten Ingenieure ein. Auf 300 Spezialisten will der Konzern die Rettungsmannschaft verdoppeln.

Geteilte Meinungen

Einstige Weggefährten halten Dawidowsky für den richtigen Mann, um die Krise zu meistern. „Der ist zupackend und hat jahrelang Projekte an der Front verantwortet“, sagt ein ehemaliger Siemens-Manager, der mit ihm in China zusammenarbeitete. Dort hat Dawidowsky jahrelang für den Siemens-Konzern Öl- und Gasplattformen für den asiatischen Markt gebaut. Zuletzt verantwortete er für die Münchner den Bau von Stahlwerken. Dass sich Bau und Anschluss der beiden Offshore-Plattformen noch einmal verzögern, hält Dawidowsky für ausgeschlossen.

Andere sind da nicht so sicher. Der Essener Versorger RWE etwa baut bei Helgoland den Windpark Nordsee Ost. 48 Windräder sollen hier bald eine Leistung von knapp 300 Megawatt erzeugen. Angebunden werden soll der Park über die Siemens-Plattform Helwin 1. Doch in Essen weiß niemand etwas von einem Starttermin 2014, wie ihn Siemens zu erreichen hofft.

Im Gegenteil: Im Juni bekam RWE Post von der holländischen Netzgesellschaft Tennet, die für die Anbindung zuständig ist. Es komme zu weiteren Verzögerungen, hieß es in dem Schreiben, die Zulieferer hätten Probleme – also Siemens. Ungeachtet dessen will RWE noch in diesem Sommer die Fundamente für die 48 Windmühlen setzen.

Ob der Versorger den Netzbetreiber Tennet wegen der Verzögerung verklagt, ist noch nicht entschieden. „Eine Klage ist die Ultima Ratio“, heißt es bei RWE. Zunächst setzen die Essener auf den neuen Vorschlag der Bundesregierung zur Haftungsregelung im Fall von Verzögerungen oder Betriebsunterbrechungen bei Offshore-Windparks.

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