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Rückschlag für E.On„Wasserstoff-Brücke“ zwischen Australien und Europa verzögert sich

Eigentlich sollen 200.000 Tonnen grüner Wasserstoff an E.On geliefert werden. Doch ein Drittpartner habe den Prozess verlangsamt, erklärt der australische Milliardär Andrew Forrest, der hinter dem Deal steht.Volker ter Haseborg 23.02.2024 - 09:57 Uhr

Andrew Forrest und eine Wasserstoffspeicheranlage im National Renewable Energy Laboratory. Fortescue Future Industries und Forrest investieren massiv in die Produktion von grünem Wasserstoff mit dem Ziel, die Welt so schnell wie möglich auf grüne Energie umzustellen.

Foto: imago images, Getty Images

Die Ankündigungen vor zwei Jahren strotzten vor Superlativen: Es sei eine „historische Partnerschaft“, die sie da eingingen, erklärten der deutsche Energiekonzern E.On und das australische Unternehmen Fortescue Future Industries (FFI). Man beabsichtige, „Europas größter Anbieter, Lieferant und Verteiler von grünem, erneuerbarem Wasserstoff zu werden“.

Dafür sollte eine „Wasserstoff-Brücke“ von Australien nach Europa gebaut werden: Die Australier sollen den Wasserstoff mit Energie aus Sonne und Wind produzieren – europäische Unternehmen können damit ihre Klimaziele erreichen und sich unabhängig von russischen Energielieferungen machen. Wasserstoff spielt eine große Rolle in den Plänen der Bundesregierung zur Energiewende.

Soweit die Theorie. Doch jetzt kommt es bei dem Projekt offenbar zu Verzögerungen. Das sagte der australische Milliardär Andrew Forrest, der hinter FFI steht, der WirtschaftsWoche. Die Verzögerung liege nicht an E.On und FFI, sondern an einem Partner aus einem dritten Land: „Das Problem ist das Drittland, von dem wir beide glaubten, es sei eine wirklich gute Idee. Jetzt hat sich herausgestellt, dass das einfach alles verlangsamt hat“, sagte Forrest, der keine weiteren Angaben zu der Partei aus dem dritten Land machen wollte. Aktuell arbeite man an einer Lösung ohne Drittpartner. „Die Beziehung zwischen E.On und uns ist großartig.“

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Eigentlich sollen die Australier schon in diesem Jahr 200.000 Tonnen Wasserstoff liefern. Bis zum Jahr 2030 sollen die Australier die Lieferungen auf jährlich bis zu fünf Millionen Tonnen hochfahren - das entspricht etwa einem Drittel der Heizenergie, die Deutschland bis zum Ausbruch des Ukrainekriegs aus Russland importiert hat. Über sein Netz soll E.On den grünen Wasserstoff in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern an Kunden verteilen.

„Grüner Wasserstoff nicht wettbewerbsfähig“

Ein E.On-Sprecher wollte Forrests Aussagen nicht kommentieren. Fragen zum Lieferplan, dem 200.000-Tonnen-Ziel für dieses Jahr und zum Grund der Verzögerung beantwortete er nicht. „Wie in Partnerschaften und geschäftlichen Verbindungen üblich, ist für Inhalte von einzelnen Gespräche Vertraulichkeit vereinbart worden. Die Partner kommunizieren aber gemeinsam selbstverständlich Ergebnisse und Projektfortschritte, sobald sie öffentlich bekannt gemacht werden sollen.“

Die EU und Deutschland hätten sich ambitionierte Wasserstoffziele gesetzt, erklärte der Sprecher: „Wir sehen jedoch, dass die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen.“ Unternehmen zögerten mit der Umstellung, weil sie nicht sicher sein könnten, dass genügend Wasserstoff zur Verfügung stehe. Die Produktion von Wasserstoff wiederum werde nicht hochgefahren, weil Produzenten nicht sicher sein könnten, dass sie genügend Abnehmer finden werden. „Im Vergleich zu fossilen Alternativen ist grüner Wasserstoff nicht wettbewerbsfähig“, erklärte der Sprecher und forderte eine Unterstützung von Wasserstoff-Importen, mehr Anreize zum Umstieg und einen Ausbau der Infrastruktur.

Lesen Sie auch: Die EU-Kommission hat insgesamt 24 deutsche Wasserstoff-Projekte genehmigt und damit den Weg für staatliche Milliarden-Hilfen freigemacht.

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