RWE Das ist Teriums Umbau-Plan

RWE holt zum großen Befreiungsschlag aus. Das Geschäft mit Ökostrom, Vertrieb und Netzen soll in eine eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert werden. Was hinter dem Umbau-Plan steckt.

Terium spaltet RWE. Quelle: dpa/Montage

Jetzt also doch. Immer wieder drohte RWE-Chef Peter Terium damit, es seinem Düsseldorfer Rivalen E.On nachzumachen, und den Konzern aufzuspalten: in einen zukunftsträchtigen Unternehmensteil mit Ökostrom und in ein Unternehmen mit den kriselnden Kohle- und Gaskraftwerken.

Jetzt macht Terium seine Drohung wahr: Wie der Konzern heute in einer eilig einberufenen Telefonkonferenz mitteilte, gliedern nun auch die Essener ihre Unternehmen in einen „neuen“ und einen „alten“ Teil auf. Allerdings spaltet der Essener Konzern im Gegensatz zum Düsseldorfer Energieversorger E.On keine Unternehmensteile in eine eigene Gesellschaft aus. RWE geht einen anderen Weg, wenn auch nur auf der formalen Ebene. In der Sache folgen die Essener doch dem, was E.On schon vor über einem Jahr beschlossen hat.

Deutschlands Energieriesen im Vergleich

RWE gründet eine neue 100-prozentige Tochtergesellschaft für seine Geschäftsbereiche erneuerbare Energien, für die Stromnetze und den Vertrieb. Die konventionellen Kraftwerke sowie der Handel bleiben bei der RWE AG in einem eigenem Unternehmensteil. Auch die Atomkraftwerke bleiben bei der RWE AG.

Einen Namen für die neue Tochter gibt es noch nicht, klar ist auch noch nicht, wer sie führen wird. Fest steht: Einen Anteil von 10 Prozent dieser neuen Tochtergesellschaft will RWE über eine Kapitalerhöhung Ende nächsten Jahres an die Börse bringen. Langfristig will der Essener Energiekonzern, der in der tiefsten Krise seiner Geschichte steckt, weitere Teile an die Börse bringen.
Eine Mehrheit von 51 Prozent will der Mutterkonzern RWE allerdings an der neuen Gesellschaft halten, sagte Konzernchef Peter Terium.

Absegnen muss den neuen Plan noch der RWE-Aufsichtsrat, der am 11. Dezember über Teriums neuen Plan entscheiden wird.

RWE-Chef Terium: „Zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach“

Terium reagiert damit auf die anhaltende finanzielle Krise des Energieversorgers. „Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft“, sagte Vorstandschef Terium. „Wir schaffen zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach. Die neue Tochtergesellschaft mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt stärkt unsere Wachstumsperspektive.“

Die Strom-Großhandelspreise sind wegen des Ausbaus des Ökostroms und der Überkapazitäten auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. RWE und E.ON brechen deswegen die Gewinne weg. Auch der in Deutschand aktive schwedische Vattenfall -Konzern treibt im Prinzip eine Art Aufspaltung voran. Er will sich vom deutschen Braunkohlegeschäft mit 8000 Beschäftigten trennen.

Die neue RWE-Tochtergesellschaft werde auf der Basis der für 2015 erwarteten Zahlen einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro erzielen und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von über vier Milliarden Euro. Sie soll knapp 40.000 der 60.000 Beschäftigten haben, sagte RWE-Vorstandschef Terium.

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