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RWE Energiekonzern legt in der Stromerzeugung zu

Der Energiekonzern RWE bekräftigt noch einmal seine Prognose, wonach der Gewinn auf 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro schrumpfen wird. Beim Geschäft mit Stromerzeugung korrigieren die Essener ihre Erwartungen jedoch nach oben.

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RWE: Der Essener Energiekonzern kann bei der Stromerzeugung zulegen. Quelle: dpa

Der Energiekonzern RWE erwartet im schwächelnden Geschäft mit der Stromerzeugung bessere Ergebnisse als bislang angenommen. "Die Margen der Steinkohle- und Gaskraftwerke entwickelten sich wegen gesunkener Brennstoffpreise insgesamt stabiler", teilte der Versorger am Montag mit. Im Gesamtjahr werde das betriebliche Ergebnis der konventionellen Stromerzeugung wohl in der Größenordnung des Vorjahreswertes von 596 Millionen Euro liegen. Bisher hatte RWE einen deutlichen Rückgang erwartet. Für den Gesamtkonzern bekräftigten die Essener die Prognose, wonach der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro nach rund sieben Milliarden Euro schrumpfen wird.

"Angesichts der vor allem für die konventionelle Stromerzeugung schwierigen Bedingungen haben wir in den ersten drei Quartalen ein respektables Ergebnis erzielt", sagte Finanzchef Markus Krebber. In den ersten neun Monaten sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 13,2 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro geschrumpft. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Ebitda von 3,90 Milliarden Euro gerechnet. In der Stromerzeugung profitierte der Konzern insbesondere von Kostensenkungen und dem Verkauf von Grundstücken in Großbritannien. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis sei auch wegen eines schlechteren Finanzergebnisses um 58 Prozent auf 227 Millionen Euro zusammengeschmolzen.

In den Neumonatszahlen ist die Tochter Innogy noch voll enthalten, von der RWE im Oktober 23,2 Prozent an die Börse gebracht hatte. Von dem Erlös in Höhe von 4,6 Milliarden Euro flossen zwei Milliarden an Innogy, der Rest an RWE. RWE habe an finanziellen Handlungsspielraum gewonnen. Dieser solle unter anderem für den staatlichen Atomfonds genutzt werden, in dem RWE für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls rund 6,8 Milliarden Euro einzahlen müsse. RWE prüfe dafür mehrere Optionen. "Vor dem Hintergrund einer sehr soliden Liquiditätsposition gehört hierzu auch eine möglichst zeitnahe Zahlung."

"Das war unglaublich vertrauenszerstörend"
Bei RWE rumort es gewaltig hinter den Kulissen: Angesichts der Krise des Energiekonzerns trommeln die Kommunen vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag für Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller als künftigen Chefaufseher. Er soll mit seinen politischen Kontakten das Ruder herumreißen. Amtsinhaber Manfred Schneider kämpft dagegen offenbar für den Ex-SAP-Finanzvorstand Werner Brandt als seinen Nachfolger. Bei der Herbstsitzung des Aufsichtsrats in Essen könnten die Weichen gestellt werden, offiziell gewählt wird im kommenden Frühjahr. Bei der Sitzung muss RWE-Chef Peter Terium außerdem den weiter dramatisch fallenden Aktienkurs erklären und Ängste vor weiteren Dividendenkürzungen zerstreuen. Es schaut nicht gut aus für den Energieriesen – die Krise von RWE in Zitaten. Quelle: dpa
„Das Unternehmen geht durch ein Tal der Tränen.“ (RWE-Chef Peter Terium bei der Quartalsbilanz im November 2013) Quelle: dpa
„Die niedrigen Strompreise hinterlassen ihre Blutspuren in unserer Bilanz.“ (RWE-Finanzvorstand Bernhard Günther, im Mai 2014) Quelle: Presse
„Das Tal der Tränen ist also noch nicht durchschritten.“ (RWE-Chef Peter Terium bei der Jahresbilanz im März 2015) Quelle: dpa
„RWE muss sich gesundschrumpfen und braucht an der Spitze keinen Visionär, sondern einen Sanierer.“ (Fondsmanager Ingo Speich bei der Hauptversammlung im April 2014) Quelle: Presse
„Womit verdient RWE in fünf Jahren sein Geld – das ist die Gretchenfrage.“ (Aktionärsvertreter Marc Tüngler bei derselben Hauptversammlung) Quelle: dpa
„Unabhängig von Länder- und Spartengrenzen: Es geht ums Überleben.“ (RWE-Kraftwerkschef Matthias Hartung im Juli 2015) Quelle: dpa
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