RWE Mögliche Kooperation mit arabischem Investor

Mit seinen Kraftwerken verdient RWE immer weniger Geld. Bei wichtigen Investitionen muss daher der Gürtel enger geschnallt werden. Um Abhilfe zu schaffen, ist RWE nun im Gespräch mit einem arabischen Investor.

Das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE Quelle: dpa

Ein Investor aus der Golf-Region steigt womöglich beim angeschlagenen Energiekonzern RWE ein. Ein arabischer Investor habe den Versorger vor einigen Monaten angesprochen, sagte eine RWE-Sprecherin am Mittwoch. "Wir prüfen verschiedene Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Dabei ist keine Form kategorisch von vornherein ausgeschlossen." Es gebe aber bislang keine Vereinbarung. RWE-Chef Peter Terium hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass der Konzern sein Geschäft im arabischen Raum ausbauen wolle. Dabei gehe es nicht um kapitalintensive Projekte wie etwa den Kraftwerksbau, sondern um Dienstleistungen wie Beratungen bei der Energieeinsparung.

Deutsche Energieversorger im Vergleich

Die RWE-Aktie legte zeitweise 5,6 Prozent zu und setzte sich an die Spitze des Leitindex Dax. "Das Interesse aus dem arabischen Raum ist auf jeden Fall ein positives Zeichen", sagte ein Händler. Womöglich würden die zuletzt geprügelten Versorger-Werte wiederentdeckt. Zudem würde ein Einstieg bei RWE die Macht der Kommunen zurückdrängen. "Wenn man einen langfristigen Investor ins Boot holen kann, dann macht man das natürlich." Kommunen wie Essen, Dortmund oder Bochum halten rund 24 Prozent der RWE-Anteile. Sie haben in der Vergangenheit Druck auf das Management ausgeübt, trotz Gewinnrückgang für hohe Dividenden zu sorgen. Dies traf bei manchen anderen Investoren auf Kritik.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, RWE erwäge den Verkauf eines Anteils von zehn Prozent an einen Investor in Abu Dhabi. RWE äußerte sich hierzu nicht. Der Konzern verfügt nach eigenen Angaben aber über keine eigenen Aktien. Zu den großen Anteilseignern gehört neben den Kommunen der Finanzinvestor Blackrock mit fünf Prozent. Pläne für eine Kapitalerhöhung gebe es derzeit nicht, hatte erst in der vergangenen Woche Finanzchef Bernhard Günther gesagt. Ob dies noch gilt, beantwortete RWE zunächst nicht.

"Eine Kapitalerhöhung wäre für uns sehr problematisch", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Kommunalen RWE-Aktionäre (VKA), Ernst Gerlach, der Nachrichtenagentur Reuters. Die meisten Kommunen könnten dabei nicht mitziehen, so dass ihr Einfluss drastisch schwinden würde. Finanzchef Günther habe zudem auch gerade erst signalisiert, dass eine Kapitalerhöhung nicht absehbar sei. Grundsätzlich wäre ein Einstieg eines arabischen Investors gut. Dies wäre ein Signal, dass die Zukunft von RWE positiv gesehen würde, sagte Gerlach.

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RWE steckt wie die gesamt Branche in einer Krise. Der Verfall der Strom-Großhandelspreise sorgt für wegbrechende Gewinne. RWE hatte in den vergangenen Jahren wiederholt die Fühler ins Ausland ausgestreckt. So hatte der Konzern nach Reuters-Informationen Gespräche mit dem spanischen Energiekonzern Iberdrola geführt - ohne Ergebnis. Ex-Boss Jürgen Großmann hatte mit dem russischen Gazprom -Konzern über eine Zusammenarbeit im Kraftwerksbereich geführt, diese jedoch später abgebrochen.

Investoren in der Golf-Region halten immer wieder Ausschau nach Unternehmen in Deutschland. Sie sind unter anderem an Daimler, Volkswagen, der Deutschen Bank und Air Berlin beteiligt.

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