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RWE-Ökostromtochter Das kurze Leben und Sterben von Innogy

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Was passiert mit den anderen Einzelteilen von Innogy?

Weiterhin unklar ist, wie viele an Innogy beteiligte Kommunen ein Sonderkündigungsrecht in ihren Verträgen mit dem Energieriesen nutzen, um sich nach anderen Partnern umzusehen oder Stadtwerke wieder ganz in kommunale Hand zurückzuholen. Innogy ist an rund 100 Stadtwerken und regionalen Versorgern beteiligt und besitzt rund 3000 Stromnetz-Konzessionen in Deutschland. Dieses Geschäft will E.On übernehmen und das sorgt in vielen Kommunen für Unruhe.

Gibt es noch weitere Bedenken?

Auch Konkurrenten und Verbraucherschützer kritisieren den Deal: Nach der Innogy-Übernahme würde E.On zum größten Stromlieferanten in Deutschland mit mehr als 12 Millionen Kunden werden. Weitere gut zwei Millionen Kunden würde der Konzern mit Gas beliefern und vielerorts die Verteilnetze betreiben. Europaweit hätte E.On dann 50 Millionen Kunden. Daher fürchten Konkurrenten und Verbraucherschützer um den Wettbewerb.

Die EU-Kommission prüft deshalb intensiv, ob den Stromkunden Preiserhöhungen drohen. Bedenken äußerte Brüssel im März: „Der verbleibende Wettbewerbsdruck würde nicht ausreichen, um die Marktmacht des neu entstehenden Unternehmens zu beschränken und Preiserhöhungen für die Verbraucher zu vermeiden“. Die Kommission hat deshalb eine vertiefte Prüfung des Deals eingeleitet. Möglicherweise muss E.On Teile des Vertriebsgeschäfts verkaufen.

Was wird aus dem Vertrieb in Großbritannien?

Offen ist auch, wie es mit dem britischen Geschäft weiter gehen soll. Innogys Versuch, sich in Großbritannien noch vor dem Deal mit E.On in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten SSE zu retten, ist gescheitert.

Innogy versorgt auf der Insel mehr als vier Millionen Kunden mit Strom und Gas, hat aber seit Jahren mit Kundenschwund und Abrechnungsproblemen zu kämpfen. Die britische Npower will Innogy jetzt noch selbst restrukturieren: Weitere 900 der 6300 Stellen dort sollen abgebaut, Kosten gesenkt werden.

Zusätzliche Probleme könnte der Brexit mit sich bringen. Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Innogy einen weiteren Ergebnisrückgang im britischen Vertriebsgeschäft an. Für 2019 rechnet das Unternehmen insgesamt mit einem um rund 150 Millionen Euro sinkenden Nettoergebnis von nur noch 850 Millionen Euro.

Das britische Vertriebsgeschäft von Innogy will RWE an E.On weiterreichen. Doch die haben selbst auf der britischen Insel Millionen Kunden und auch für E.On läuft das britische Vertriebsgeschäft nicht rund.

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