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RWE Kontrolleure kritisieren Umbaupläne

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RWE-Betriebsräte werden entmachtet

Mit Vorbehalten gegenüber seinem Umbauprojekt namens „Parent“ muss Terium auch auf der Kapitalseite rechnen. Der Plan, RWE mit seinen rund 100 Beteiligungen „zu einem großen deutschen Stadtwerk umzubauen“, lasse sich nicht durchziehen, sagte ein Kapitalvertreter. Denn bei mehr als 40 Beteiligungen halte RWE nur einen Minderheitsanteil, etwa an der Dortmunder Energie- und Wasserversorgungs GmbH (39,9 Prozent) oder den Stadtwerken Düren.

„Ein echtes Durchregieren im RWE-Beteiligungsgeflecht von der Zentrale ist damit gar nicht möglich.“ Ebenso stört diesen Aufsichtsrat, dass Terium den Vorstand der Holding um bis zu drei Köpfe für die Bereiche Vertrieb, Netze und Erneuerbare Energien erweitern will: „Eine Verschlankung des Konzerns auch auf oberster Ebene ist das nicht.“

Die Atomklagen der Energiekonzerne

Fundamentale Zweifel an Teriums Strategie kommen von den kommunalen Aktionären. „Wir wissen immer noch nicht, wie diese Neuorganisation zur zukünftigen Konzernstrategie passt“, sagt deren Geschäftsführer Ernst Gerlach. Offen sei etwa, wo das Zukunftsgeschäft erneuerbare Energien aufgehängt sei. In der Tochtergesellschaft RWE Innogy, 2008 gründet, bündelt der Energieversorger das Geschäft mit Wind-, Sonne- und Solarenergie im Konzern.

Spaltet RWE wie E.On seine Kohlekraftwerke ab?

Für Diskussionsstoff dürfte Teriums Plan sorgen, die Kohle- und Atomkraftwerke in einer Tochtergesellschaft fortzuführen. Das würde RWE ermöglichen, das schwache Geschäft mit konventionellen Kraftwerken über kurz oder lang ganz abzuspalten und so dem Konkurrenten E.On zu folgen. Der lagert gerade seine Kraftwerke in das Unternehmen Uniper aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr fiel das Ergebnis der Tochter RWE Generation um 30 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro. RWE werde bei heutigen Strompreisen von 2017 an im Kraftwerksgeschäft Verluste machen, sagte RWE-Chef Terium Anfang des Jahres. Bekommt er im Aufsichtsrat seinen Umbauplan durch, dürfte das Schicksal der Kraftwerkssparte spätestens dann entschieden werden.

RWE: Weitere Verschlechterung des Geschäfts

Der Zwischenbericht für das erste Halbjahr, den der RWE-Vorstandschef ebenfalls in der kommenden Woche, drei Tage nach der außerordentlichen Sondersitzung des obersten Kontrollgremiums, präsentiert, wird kaum für positive Überraschungen sorgen.

Matthias Hartung, Chef der RWE-Erzeugersparte, kündigte bereits Mitte Juli dieses Jahres an, es sei mit einer weiteren signifikanten Verschlechterung im Geschäft mit konventionellen Kraftwerken zu rechnen.

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Zwar erwirtschaftete RWE im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro, nachdem in 2013 nach hohen Abschreibungen auf die konventionellen Kraftwerke noch ein Verlust von 2,8 Milliarden Euro in der Bilanz gestanden hatte. Aber der Gewinn des Energiekonzerns fiel 2014 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um zehn Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis schrumpfte gar um rund 44 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Die Schulden liegen mittlerweile bei 30 Milliarden Euro.

Und für das laufende Geschäftsjahr 2015 erwartet RWE erneut mit einem Ergebnisrückgang. Anfang des Jahres rechnete das Unternehmen nur noch mit einem Ebitda zwischen 6,1 und 6,4 Milliarden Euro.

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