RWE-Tochter Peter Terium ist Chefposten bei Innogy los

Deshalb gehen im Innogy-Chefbüro die Lampen aus

Erst vor ein paar Tagen überrascht die RWE-Ökostrom-Tochter die Märkte mit einer Gewinnwarnung. Der Börsenkurs sackt ab. Jetzt räumt Innogy-Vorstandschef Terium seinen Platz.

Der Chef des Energiekonzerns Innogy, Peter Terium, gibt wenige Tage nach einer Gewinnwarnung seinen Posten auf. Terium beende mit sofortiger Wirkung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat sein Amt als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands, teilte die RWE-Ökostromtochter am Dienstagabend mit. "Der Aufsichtsrat begrüßt grundsätzlich die vom Vorstand verfolgte Unternehmens- und Finanzstrategie, sieht aber die Notwendigkeit eines höheren Stellenwertes der Kostendisziplin und einer fokussierten Wachstums- und Investitionsstrategie", hieß es in der Pressemitteilung. Terium hatte einen Vertrag noch bis Ende März 2021.

Einstweilen habe der Aufsichtsrat Uwe Tigges, bisher Personalvorstand von Innogy, zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Tigges werde auch seine bisherigen Zuständigkeiten weiter betreuen.

Die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy hatte erst vergangene Woche wegen der andauernden Probleme auf dem britischen Markt die Gewinnprognose für 2017 gekappt. Unter anderem wegen stark gestiegener Investitionen sei zudem auch für das kommende Jahr mit einem geringeren Ergebnis zu rechnen, hatte das Unternehmen seinerzeit mitgeteilt.

Am Dienstagabend legten Innogy-Aktien im Frankfurter Handel nach der Mitteilung zunächst zu.

Der Niederländer Terium hatte im April 2016 den Chefposten bei Innogy übernommen, nachdem er zuvor seit 2012 Vorstandsvorsitzender bei RWE gewesen war.

RWE hält an Innogy rund 77 Prozent und ist stark von den Dividendenzahlungen der Ökostrom-Tochter abhängig. Beide Aktien hatten an einem einzigen Tag gut 13 Prozent an Wert verloren.

Gewinnwarnung

Innogy hatte seit längerer Zeit massive EDV-Probleme auf dem britischen Markt und in der Folge erhebliche Kundenverluste. Ein 2016 gestartetes Kostensenkungsprogramm in Großbritannien reichte nicht aus, um die Einbußen auszugleichen. Kunden könnten dort vielfach nur dadurch gehalten werden, dass man ihnen Tarifwechsel mit günstigeren Konditionen biete, hieß es. Innogy beschäftigt etwa 42 000 Menschen.

Im November hatte Innogy angekündigt, die Mehrheit an seinem britischen Vertriebsgeschäft an den britischen Versorger SSE abzugeben.

In der Gewinnwarnung vergangene Woche hatte Innogy angekündigt, 2017 werde das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen voraussichtlich nur rund 4,3 statt 4,4 Milliarden Euro betragen. Das für die Dividendenberechnung ausschlaggebende bereinigte Nettoergebnis werde 2017 wie geplant bei mehr als 1,2 Milliarden Euro liegen. 2018 sei aber mit einem leichten Rückgang auf gut 1,1 Milliarde Euro zu rechnen.

Hintergrund sind hier laut Innogy erhebliche höhere Investitionen in Zukunftsfelder wie Elektromobilität, Breitbandnetze und Digitalisierung. „Auch wenn das kurzfristig unser Ergebnis belastet, bin ich überzeugt: Das ist die richtige Strategie“, hatte sich Terium seinerzeit noch überzeugt gezeigt.

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