Solarbranche Für SMA scheint wieder die Sonne

Nach mauen Jahren findet der nordhessische Wechselrichterhersteller wieder in die Erfolgsspur und gibt den Erfolg auch an seine Aktionäre weiter. SMA zahlt erstmals wieder eine Dividende.

SMA Solar Quelle: dpa

Bestimmt taucht der Wechselrichterhersteller SMA Solar aus der Nähe von Kassel ganz gerne in irgendwelchen Rankings wie den besten Arbeitgebern oder den beliebtesten Wechselrichterherstellern der Welt auf. Doch in der Rangliste der größten Kapitalvernichter unter deutschen börsennotierten Unternehmen aufzutauchen, darauf hätten die Nordhessen sicher liebend gerne verzichtet. Doch nach einigen grottenschlechten Jahren fand sich SMA im vergangenen Jahr auf Platz 12 dieser Rangliste der Schande wieder, die jährlich von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) veröffentlicht wird.

In der aktuellen Liste des Grauens, die kürzlich veröffentlicht wurde, taucht SMA allerdings nicht mehr auf. Der Grund: Die Aktien des Unternehmens sind laut DSW im Vergleich zum Vorjahresranking um 250 Prozent gestiegen. SMA Solar machte 2015 in seinem Gesundungsprozess rascher Fortschritte als das Management selbst erwartet hatte. Die Nordhessen gelten mit rund 20 Prozent Anteil als Weltmarktführer bei Fotovoltaik-Wechselrichtern, einer zentralen Komponente jeder Solaranlage, die den Gleichstrom in den haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt.

SMA Solar, das letzte im TecDax verbliebene Unternehmen aus der Solarbranche, hat schwierige Zeiten hinter sich. Wegen der Überkapazitäten, die sich in der Solartechnik gebildet hatten, waren die Nordhessen in die roten Zahlen gerutscht. Folge war ein harter Sanierungskurs, viele Stellen wurden gestrichen. 2015 gelang SMA die Wende.

Solarstrom für den Hausgebrauch
Sonne im GlasDie Bürger von Schilda wollten das Sonnenlicht einst mit Eimern einfangen und damit ihr fensterloses Rathaus erleuchten – so eine der Sagen von Till Eulenspiegel. Mit diesem umdisponierten Einmachglas wird das Märchen endlich wahr: Einfach das Behältnis in die Sonne stellen und abends den Deckel verschließen – schon erstrahlt feines Solarlicht. Das Geheimnis: Das Glas enthält Solarzellen und einen Akku, dessen Strom eine Leuchtdiode fünf Stunden aufleuchten lässt. Sun in a Jar Quelle: Presse
Doppel-Pack für den HybridWeil gleich zwei Solarquellen die Batterie des C-Max Solar Energi von Ford mit Elektronen auffüllen, soll der Plug-in-Hybrid mit Verbrennungsmotor ganz ohne Kabel und Stecker auskommen. Er lädt sozusagen während der Fahrt – sofern die Sonne scheint. Das Konzeptfahrzeug hat zum einen klassische Siliziumzellen auf dem Dach. Zum anderen ist es mit sogenannten Konzentratorzellen bestückt, die das Sonnenlicht wie ein Brennglas bündeln. Das soll die Ladegeschwindigkeit verachtfachen. C-MAX Hybrid Energi Quelle: Presse
Paddelboot für FauleLass mal die Sonne ran! Kann sich sagen, wer mit einem Elektro-Kajak von Klepper auf Flüssen und Seen unterwegs ist. Zwei Solarmodule mit zusammen 60 Watt Leistung treiben das Boot bei Sonnenschein mit Paddelgeschwindigkeit lautlos voran. Sobald der Fahrer selbst die Paddel ins Wasser sticht, laden die Zellen einen Akku. Dann hat er Strom für Handy, GPS und Zeltbeleuchtung zum Nulltarif. Klepper Falt Solarantrieb für E-Kajaks
Solarhandy gegen NomophobieEs soll Menschen geben, die sich vor nichts mehr fürchten als auch nur eine Minute nicht erreichbar zu sein. Nomophobia (No-Mobile-Phone-Phobia) heißt das Phänomen in Fachkreisen. Den Geplagten kann geholfen werden, verspricht das Schweizer Unternehmen Tag Heuer - eigentlich bekannt für Luxusuhren. Es will im Juli ein Handy auf den Markt bringen, dessen im Display integrierte transparente Solarzelle genug Strom produzieren soll, um das Mobiltelefon allzeit auf Empfang zu halten. Das Laden funktioniert angeblich auch bei Kunstlicht. TAG Heuer Meridiist Quelle: Presse
Strom zum AufstellenKeine Steckdose in Reichweite? Macht nichts! Der mobile Solar-Kiosk Cubox des österreichischen Anbieters HBT Energietechnik versorgt sich selbst mit Strom – am Strand, auf dem Golfplatz, in der Fußgängerzone oder bei der Party im eigenen Garten. Die Zellen produzieren genügend Energie, um den schicken Hingucker zu illuminieren und das Bier zu kühlen. cubox.at Quelle: Presse
Schaufelrad auf dem DachÜber die Dächer unserer Städte und Dörfer streicht, außer bei Windstille, ein beständiger Luftstrom – besonders intensiv über die glatte Oberfläche von Solarmodulen. Die LWS Systems aus Mecklenburg-Vorpommern hat eine Strömungsturbine entwickelt, die ihn über Schaufeln auffängt und in elektrische Energie umwandelt. Die Hybridtechnik hebt die Energieausbeute auf dem Dach; sie ist genehmigungsfrei. www.lws-systems.com/windmodule Quelle: Presse
Heizen mit EisDie Hybridkollektoren des Lörracher Unternehmens Consolar am Bodensee zapfen nicht nur die Sonne als Wärmespender für Dusche und Heizung an. Sie entziehen auch der Luft Wärme und speichern diese in Verbindung mit einer Wärmepumpe in einem Speicher. Ein Teil der Energie wird zu Eis gefroren. Taut das Eis wieder zu Wasser auf, wird besonders viel Energie frei. Dank dieses Effekts fasst der Eis-Wasserspeicher acht Mal mehr Energie als konventionelle Wasserspeicher gleicher Größe. Consolar Solaera Quelle: Presse

„Die im letzten Jahr umgesetzten Maßnahmen zeigen bereits Ergebnisse, und SMA ist früher als ursprünglich erwartet in die Gewinnzone zurückgekehrt. Heute können wir mit einem deutlich geringeren Umsatz bereits Gewinne erwirtschaften. Damit haben wir mehr geliefert als wir versprochen haben, und das in einer Zeit des größten Konzernumbaus in der Unternehmensgeschichte. Selbst in den schwierigen Zeiten haben wir die Zukunft nicht aus den Augen verloren und SMA konsequent auf die Digitalisierung der Energiewirtschaft ausgerichtet. Die in den letzten Monaten geschlossenen Kooperationen mit Tesla, Daimler und dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT zeigen den Weg in die Zukunft. Als Weltmarktführer für Photovoltaik-Systemtechnik sind wir ein integraler Bestandteil der zukünftigen Energiewirtschaft“, sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

SMA Solar steigerte den Umsatz um rund 24 Prozent auf eine Milliarde Euro. Im Jahr davor waren es rund 800 Millionen Euro. Laut SMA wurde der Erlös wesentlich vom Segment der solaren Großkraftwerke getragen. Gleichzeitig verzeichneten auch die Bereiche für Hausdachanlagen) und gewerbliche Fotovoltaik-Anlagen sowie das Servicegeschäft einen Umsatzzuwachs. Der hohe Auslandsanteil am Umsatz von mehr als 87 Prozent (2014: 78,3 Prozent) verdeutlicht die internationale Positionierung des Unternehmens.  Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählten im Berichtszeitraum Nordamerika, Großbritannien, Japan und Australien. SMA verkaufte im Jahresverlauf 2015 Solar-Wechselrichter mit einer Leistung von 7,3 Gigawatt (2014: 5,1 GW); ein Plus von mehr als 43 Prozent.

Aufgrund der guten Umsatzentwicklung, der Reduktion der Fixkosten sowie positiver Währungseffekte verbesserte sich das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) 2015 deutlich auf 113 Millionen, gegenüber einem Verlust von knapp 60 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 34 Millionen Euro, nach einem Verlust von fast 165 Millionen Euro im Jahr davor.

Insgesamt hat SMA damit deutlich schneller als ursprünglich geplant auf einen profitablen Weg zurückgefunden. Trotz der Abfindungszahlungen aufgrund des Abbaus von 1400 Vollzeitstellen im Zuge der Restrukturierung verbesserte sich der Brutto-Cashflow im Berichtszeitraum um 99 auf 62 Millionen Euro (2014:  minus 37 Millionen Euro). Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 50 Prozent (31.12.2014: 46,8 Prozent) verfügt SMA über eine komfortable Eigenkapitalausstattung und weist damit eine solide Bilanzstruktur auf.

Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgs im abgelaufenen Geschäftsjahr und der bilanziellen Stärke von SMA empfiehlt der Vorstand dem Aufsichtsrat, bei der Hauptversammlung am 31. Mai 2016 für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von 0,14 Euro je Aktie vorzuschlagen. Die Höhe der Ausschüttung wird damit insgesamt rund fünf Millionen Euro Euro betragen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 34 Prozent bezogen auf das Konzernergebnis.

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