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Solarworld Aktionäre müssen für Solarworld-Rettung bluten

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"Hart, aber fair"

In diesen Branchen gehen die meisten Firmen pleite
Platz 10: Finanz- und Versicherungsdienstleistungen2011 wurde in dieser Branche 902 Insolvenzen registriert. Quelle: Fotolia
Platz 9: Grundstücks- und WohnungswesenDie Branche hat im vergangenen Jahr 1152 Unternehmenspleiten gezählt. Quelle: Fotolia
Platz 8: Sonstige DienstleistungenBei diesen Dienstleistungen (Verbände, Interessensvertretungen, Reparatur von Gebrauchsgütern, Frisöre & Kosmetiksalons) wurden im Jahr 2011 1166 Insolvenzen registriert. Quelle: dpa
Platz 7: Verkehr und LagereiDie Transportbranche (Güter & Personen) zählte im vergangenen Jahr 2 162 Insolvenzen. Quelle: dpa
Platz 6: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Verarbeitendes GewerbeDie Branche musste im Jahr 2011 2 267 Insolvenzen erleiden. Quelle: dpa
Platz 5: Sonstige wirtschaftliche DienstleistungenDas Geschäft mit Videotheken, Verleihung von Gebrauchsgütern sowie von Arbeitskräften lief 2011 nicht gut - 2 558 Insolvenzen wurden hier gemessen. Insgesamt hat die gesamte Dienstleistungsbranche den höchsten Anteil von Firmenpleiten im Jahr 2011 - 34,9 Prozent aller zahlungsunfähigen Unternehmen stammen aus diesem Wirtschaftszweig. Quelle: dpa
Platz 4: Freiberufliche, wissenschaftliche und technische DienstleistungenWirtschaftsprüfer, Kanzleien, Ingenieursbüros, usw. - im Jahr gab es in diesem Bereich bis zu 3 128 Pleiten. Quelle: Fotolia

Beide schlugen ihre Karrierepfade mehr oder weniger zufällig ein. Asbeck startete mit einem Ingenieurbüro zur Demontage von Industrieanlagen. Jauch wollte Medizin studieren und schrieb sich für Jura nur ein, um die Wartezeit zu überbrücken. Halbtags arbeitete er als Krankenpfleger in der Rheinischen Landesklinik in Bonn, Abteilung Psychiatrie. Als er endlich bei Medizin zum Zuge kam, hatte er schon etliche Jurascheine, machte weiter und beendete nach 24 Semestern Studium und Nebenjob. Allerdings habe er den "weißen Kittel aus der Zeit meiner früheren Tätigkeit in der Psychiatrie nie wieder abgelegt bekommen", ließ Jauch das Branchenmagazin "InDat-Report" wissen, "Jura ist noch irrer".

Er stieg in die Sozietät des Kölner Insolvenzverwalters Klaus-Hubert Görg ein und bekam schnell größere Fälle: Beim Oberhausener Anlagenbauer Babcock Borsig übernahm er 2002 die operative Führung. Es war eines der ersten Verfahren in Eigenverwaltung. 2005 wurde Jauch zum Insolvenz-Geschäftsführer des Fotokonzerns AgfaPhoto bestellt. Von 2009 an mischte er mit seinem Mentor Görg bei der Pleite des Essener Handelskonzerns Arcandor mit.

Dabei machte sich der Jurist nicht nur Freunde. In zwei Verfahren verklagt er Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff auf einen Millionenbetrag. Als "übertrieben aggressiv" wertet das Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller. Jauch sei seinem Mandanten "mit dem Panzer ins Wohnzimmer gefahren" und habe Middelhoff in der Öffentlichkeit kriminalisiert. Nun will Holtermüller Jauch auf 120 Millionen Euro Schadensersatz verklagen. Ein Görg-Sprecher weist die Vorwürfe zurück, eine Strafanzeige in der Sache verlief im Sande.

Energie



In der eigenen Zunft genießt Jauch indes einen tadellosen Ruf. Selbst manch Großpleitier gewinnt Jauchs Wirken positive Aspekte ab. Jauch sei "ein sehr korrekter und gewissenhafter Insolvenzverwalter", lobt etwa der Immobilienunternehmer Herbert Hillebrand, der einst als Deutschlands Burgenkönig für Schlagzeilen sorgte und sich mit Engagements im Osten verhob. "Man könnte auch sagen 'hart, aber fair'", erinnert sich Hillebrand.

Ironie der Geschichte: In einem von Hillebrands früheren Domizilen residiert heute Solarworld-Imperator Asbeck: Schloss Marienfels bei Remagen mit 14 Zimmern, drei Terrassen und freskenverziertem Pool.

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