Statistik zum Heizen Wo die Deutschen am meisten heizen

Für die Verbraucher war 2014 beim Heizen ein günstiges Jahr: Sie konnten zum Teil mehr als ein Fünftel einsparen. Die Kosten der Haushalte unterschieden sich aber extrem in Nord und West.

Was Mieter nicht zahlen müssen
„Die Abrechnung für 2014 bedeutet höchstwahrscheinlich für den Großteil der Mieter eine Rückzahlung“, sagte der Sprecher des Deutschen Mieterbunds, Ulrich Ropertz. Ursachen seien die milden Wintermonate und gesunkene Ölpreise. „Wir gehen davon aus, dass die Heizkosten - je nach Brennstoff - 2014 im Schnitt 20 bis 32 Cent pro Quadratmeter und Monat gesunken sind.“ Auch im neuen Jahr sehe es nicht nach einer Trendwende aus. Damit sänken die Betriebskosten für viele Mieter wieder unter die Marke von zwei Euro je Quadratmeter und Monat. Für 2013 hatte der Mieterbund noch einen Durchschnittswert von 2,20 Euro berechnet. Die Kosten für Heizung und Warmwasser machen regelmäßig die Hälfte der Betriebskosten und mehr aus. Im vergangenen Jahr ist Heizöl laut Mieterbund jedoch acht bis zehn Prozent billiger gewesen als im Vorjahr, Fernwärme etwa zwei Prozent, Gas nur unwesentlich. Da es zu Beginn und Ende des Jahres vergleichsweise mild war, sank zudem der Verbrauch. Quelle: dpa
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Stromleitungen schauen aus einer Wand Quelle: dpa

Das meist rauere Klima und ein oft anderes Verbraucher-Verhalten lassen die Heizungen in Norddeutschland länger laufen als im Süden. Haushalte in Flensburg, der nördlichsten Stadt der Republik, benötigten im vergangenen Jahr 157 Kilowattstunden (kWh) Energie je Quadratmeter (qm) Wohnfläche - und damit mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Das ergab eine Analyse des Eschborner Energiedienstleisters Techem. Auch auf den nächsten Plätzen folgten 2014 Städte aus Schleswig-Holstein: Husum (155 kWh/qm) sowie Itzehoe und Lübeck (je 154 kWh/qm). Auf Rang fünf findet sich dann mit München (150 kWh/qm) die erste Stadt aus Süddeutschland.

Die Experten von Techem erfassen und berechnen bundesweit den Energieverbrauch für Wärme. Sie führen den hohen Bedarf etwa in Schleswig-Holstein auf das dort oft kühle und windige Wetter zurück: „Der Energieverbrauch wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Die klimatischen Verhältnisse gehören dazu.“ Aber auch das Verbrauchsverhalten der Bewohner, die Bausubstanz, die energetische Qualität der Gebäude und die Heizungstechnik spielten eine Rolle.

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Die Städte, deren Haushalte die wenigste Energie benötigten, waren regional breiter gestreut - mit einem Schwerpunkt im Westen. Am sparsamsten waren zwar die Rostocker (91 kWh/qm), das sonnige Wetter an Mecklenburg-Vorpommerns Küste dürfte hier ein Faktor gewesen sein. Danach folgten aber Schweinfurt (95 kWh/qm), Bottrop und Pforzheim (je 100 kWh/qm) sowie Gladbeck und Hattingen (je 101 kWh/qm).

Die Bottroper waren bundesweit auch ganz vorn beim Energiesparen: Sie verbrauchten 23 Prozent weniger, ähnlich wie die Nächstplatzierten (Dinslaken und Paderborn). Insgesamt ermittelte Techem 18 Städte, in denen Haushalte ihren Energieverbrauch um über 20 Prozent senkten.

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Geringerer Verbrauch bedeutet jedoch nicht ebenso hohe Einsparungen bei den Kosten. Bei dieser Rechnung schlagen vielmehr die Preise für die verschiedenen Brennstoffe zu Buche. Ab Mitte 2014 wurde Heizöl deutlich billiger, wovon die Haushalte aber bis zum Jahresende noch wenig profitierten. Erdgas verbilligte sich dagegen kaum, Fernwärme wurde sogar teurer.

Entsprechend sinkt die Energierechnung für Haushalte mit einer Ölheizung für 2014 nach Techem-Berechnungen im Bundesdurchschnitt um 19 Prozent, bei Gasheizungen um 16,9 Prozent und für Fernwärme-Bezieher um 11,6 Prozent. Zudem behandeln die Techem-Daten das vergangene Kalenderjahr und damit nur einen Teil der Heizperiode 2014/15. In den ersten Monaten 2015 war die Witterung etwas kühler als im Vorjahr - und damit auch der Energieverbrauch wieder höher.

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