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Stillgelegt fürs Klima Drei Braunkohle-Blöcke gehen vom Netz

Das RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Bergheim geht vom Netz. Quelle: dpa

Es ist ein Schritt zum Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Im Rheinland und der Lausitz werden drei Kraftwerksblöcke abgeschaltet. Weil die Betreiber dafür Geld erhalten, gibt es Kritik.

In Nordrhein-Westfalen und Brandenburg werden an diesem Wochenende drei Braunkohle-Kraftwerksblöcke abgeschaltet. Die Anlagen in den Kraftwerken Niederaußem im rheinischen Revier und Jänschwalde in der Lausitz gehen zum 1. Oktober in die Sicherheitsreserve, bevor sie in vier Jahren endgültig stillgelegt werden. Die Betreiber RWE und Leag erhalten dafür eine Vergütung, die von den Stromkunden bezahlt werden muss.

Die schrittweise Abschaltung von insgesamt acht Braunkohleblöcken im rheinischen Revier und in Ostdeutschland war 2015 als Maßnahme zum Klimaschutz vereinbart worden. Bereits in der Sicherheitsbereitschaft sind das Kraftwerk Buschhaus in Niedersachsen sowie zwei Blöcke des RWE-Kraftwerks Frimmersdorf. Im kommenden Jahr folgen noch ein zweiter Block in Jänschwalde und ein Block des RWE-Kraftwerks Neurath.

Die beiden Blöcke im Kraftwerk Niederaußem haben eine Leistung von jeweils 300 Megawatt. Sie waren 1970 und 1971 in Betrieb genommen worden. Der Block in Jänschwalde hat eine Kapazität von 500 Megawatt. Insgesamt sollen 2700 Megawatt Braunkohle-Kapazität abgeschaltet werden. Der Bundesnetzagentur zufolge waren zuletzt Braunkohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 20 000 Megawatt am Netz.

Wenn es größere Probleme bei der Stromversorgung in Deutschland geben sollte, müssen die Blöcke innerhalb von zehn Tagen betriebsbereit sein. Sie sind also nicht als Absicherung für kurzfristige Schwankungen bei der Produktion von Ökostrom aus Sonne und Wind gedacht. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist bislang keiner der abgeschalteten Blöcke aktiviert worden.

Durch die Stilllegung der acht Braunkohleblöcke soll im Jahr 2020 in Deutschland der Ausstoß von 12,5 Millionen Tonnen des Klimagases CO2 vermieden werden. Das Bundeswirtschaftsministerium lässt derzeit berechnen, ob dieses Ziel erreicht wird. Falls nicht, sollen die Stromkonzerne zusätzliche Schritte zur Schadstoffminderung vorschlagen.

Die Sicherheitsbereitschaft ist umstritten. Die Grünen haben ihre Abschaffung gefordert, weil es sich um Milliardengeschenke an die Stromkonzerne handele. Nach Angaben der Bundesregierung aus dem Frühjahr erhalten die Betreiber der Reservekraftwerke für 2017 und 2018 voraussichtlich 234 Millionen Euro.

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