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Subventionen Solarworld kassiert ab

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Probleme jenseits des Atlantiks

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Demnach erhielt Solarworld zwischen 2003 und 2011 in Deutschland staatliche Fördergelder in Höhe von mehr als 130 Millionen Euro etwa zur Standortförderung für strukturschwache Regionen. In den USA habe Solarworld Steuergutschriften in Höhe von mehr als 82 Millionen Dollar erhalten, um die Kapazität einer dortigen Solarfabrik zu erweitern.

Dazu komme ein voller Grundsteuererlass über fünf Jahre am Solarworld-Standort in Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon. Asbeck betont immer wieder, wie wichtig der US-Markt für Solarworld sei. Doch schüren diese Umstände seines Engagements zunehmend Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Behauptung. So machte Asbeck im vergangenen Jahr überraschend seine Modulfabrik im kalifornischen Camarillo dicht. Stattdessen konzentriert er die Fertigung in den USA vollständig auf den Standort Hillsboro.

Offenbar läuft jenseits des Atlantiks nicht alles rund für Solarworld. Diesen Verdacht legt zumindest die Rechnung nah, die Branchenkenner dem ungekrönten deutschen Solarkönig aufmachen. So wuchs der US-Solarmarkt im vergangenen Jahr zwar um mehr als 100 Prozent. Das entsprach aber nur einem Plus von 1,9 Gigawatt installierter Leistung; in Deutschland kamen allein im Dezember knapp drei Gigawatt hinzu.

Insgesamt sind in den USA bisher überhaupt nur vier Gigawatt installiert, ein Siebtel der hiesigen Solarstromleistung. Vor allem Hausbesitzer zögern in den Vereinigten Staaten, sich Solarzellen aufs Dach zu schrauben. Knapp 300 zusätzliche Megawatt leisteten sich die US-Eigenheimer 2011.

Gutschrift an Wal-Mart weitergereicht

Asbecks Problem: Laut Schätzungen von Branchenkennern dürfte Solarworld bei den privaten Dachanlagen in den USA auf einen Marktanteil von höchstens 15 Prozent kommen. Das wären im Vorjahr Panele mit einer Leistung von 45 Megawatt gewesen – und etwa ein Zehntel der 500 Megawatt, auf die allein die Solarzellenproduktion in Hillsboro ausgelegt ist. Hinzu kommen dort Kapazitäten für Wafer und Module in Höhe von 600 Megawatt.

In einer solchen Situation dürften Subventionen ein wesentlicher Grund für die Konzentration von Solarworld in den USA auf Hillsboro in Oregon sein. So berichtete die US-Zeitung "Portland Tribune" über eine Energiesteuer-Gutschrift, die Solarworld vom Bundesstaat Oregon erhalten und sodann an den US-Handelsriesen Wal-Mart weitergereicht habe.

„Solarworld hat entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen einen geringen Teil der Kredite weitergegeben und Mittel in der Höhe von etwa 12 Millionen Euro generiert“, teilt Solarworld mit.

Wolfgang Hummel, Chef des Zentrums für Solarmarktforschung in Berlin, zieht daraus nur ein Fazit: "Im Falle Solarworld zeigt ein Finanz-Dopingsünder auf einen anderen und sagt: Der andere nimmt viel mehr als ich."

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