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Tarife mit Tücken So senken Sie Ihre Stromkosten

Erstmals seit 14 Jahren sinken die Strompreise - allerdings nur minimal. Um die Stromkosten wirklich zu senken, bleiben Verbrauchern nur zwei Möglichkeiten – aber auch die haben ihre Tücken.

Strompreisveränderungen auf dem Energiemarkt Quelle: imago, dpa (3)

Die Nachricht lockt auch bequeme Verbraucher unter der elektrischen Heizdecke hervor: Erstmals seit 14 Jahren sinken die Strompreise bei den meisten Grundversorgern vor Ort. Das ist schon eine Sensation - vor dem Hintergrund, dass sich der Strompreis seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt hat. Die Kunden sollten sich deshalb über die Preisrückgänge freuen – und vielleicht besser den Anbieter wechseln.

Denn im Vergleich zum Rückgang der Preise für Benzin und Heizöl fällt der Preisrückgang beim Strom nur mickrig aus. Von den bundesweit mehr als 1100 Anbietern senken zunächst nur 281 Grundversorger ihren Preis für die Kilowattstunde Strom – um durchschnittlich 2,3 Prozent. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden liegt die Ersparnis im Mittel bei nicht einmal 30 Euro pro Jahr.

Die Grundversorger – also jene Energieversorger, die in ihrem Versorgungsgebiet jeden einzelnen jederzeit mit Strom versorgen müssen, selbst wenn der Kunde seine Rechnungen nicht bezahlt - sind ohnehin die teuersten Anbieter. Nur sie mussten ihre Preisänderungen bis zum 20. November öffentlich bekannt geben.

Alle alternativen Anbieter ändern ihre Tarife weitaus häufiger, manche nahezu täglich, für den Bestandskunden immer sechs Wochen im Voraus. Sie orientieren sich stärker am Börsenpreis für Strom und können bei Verwaltung, Vertrieb und Kundenservice gegenüber den Grundversorgern mit ihren Geschäftsstellen, Leitungsnetzen und Nebenaufgaben zu geringeren Kosten anbieten.

Sie können Kunden ablehnen oder kündigen und haben keine kommunalen Aufgaben zu erfüllen, wie etwa den Betrieb des örtlichen Schwimmbades oder das Angebot eines Buslinien-Netzes. Das macht die alternativen Anbieter in der Regel deutlich günstiger als die Grundversorger zum Standardtarif.

Eine Preissenkung durch die Grundversorger wird daran nichts ändern. Noch im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Preiserhöhung zwölf Prozent, in Einzelfällen bis zu 18 Prozent. Der Nachlass ist also bestenfalls ein Signal in dem hart umkämpften Markt, dass es auch billiger geht. Die alternativen Anbieter dürften sich daran orientieren, zumal die Begründung für die Preissenkungen für sie gleichermaßen gilt.

Warum der Strompreis sinkt

Ihre Ursache haben die Preissenkungen vor allem in einem niedrigeren Börsenpreis für Strom sowie der erstmals seit Jahren gesunkenen Ökostromumlage, mit der alle Verbraucher die Energiewende finanzieren. Die Regierungskoalition beabsichtigt die sogenannte EEG-Umlage von derzeit 6,24 Cent pro Kilowattstunde auf voraussichtlich 6,0 Cent zu senken.

Die Senkung hat gemessen an einem Strompreis von 26 bis 28 Cent pro Kilowattstunde allerdings lediglich Symbolkraft. Immerhin macht die EEG-Umlage inzwischen rund 22 Prozent des Endkundenpreises für Strom aus.

So setzte sich der Strompreis 2014 zusammen

Der besteht zu weiteren 24 Prozent aus den Kosten der Energieerzeugung und Vertrieb sowie weiteren 23 Prozent Kostenanteil, die auf den Betrieb oder die Nutzung der Stromleitungsnetze entfallen. Der Rest entfällt auf Steuern und weitere Umlagen.

Gemessen am Börsenpreis für Strom könnten die Preissenkungen deutlich höher ausfallen. Dort ist Strom derzeit so billig wie seit 2005 nicht mehr.

An der Leipziger Strombörse ist der Preis seit 2011 auf Talfahrt und um etwa 40 Prozent gefallen. Aber diese Preisrückgänge kommen nur mit deutlicher Verzögerung und abgeschwächt beim Verbraucher an.

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