Tarifgespräche Urabstimmung über Streik bei E.On läuft

Für die rund 30.000 Beschäftigten des Energiekonzerns Eon hat die Urabstimmung über unbefristete Streiks begonnen. Noch bis Freitag können sie entscheiden, ob sie für mehr Geld streiken wollen.

Spartengewerkschaften mit viel Macht
GdFWelche Auswirkungen die Aktivitäten einer eher kleineren Gewerkschaft haben können, zeigt sich im Februar am Frankfurter Flughafen während des Streiks der Vorfeldbeschäftigten des von der Fraport AG betriebenen Flughafens in einem Abfertigungsterminal. 200 Vorfeldmitarbeiter legten dort ihre Arbeit nieder - das führte dazu, dass über 100 Flüge ausfallen mussten. Unternehmen, die gar nicht bestreikt wurden, wie etwa die Deutsche Lufthansa, haben dadurch bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag verloren. Die Gewerkschaft GdF, die auf ihrer Homepage mit dem Spruch "Wir lassen Euch nicht in der Luft hängen" wirbt, wurde im Jahr 2004 gegründet. Quelle: dapd
Gewerkschaft der ServicekräfteIm Dezember 2010 bildete sich die GdS, die Gewerkschaft der Servicekräfte im Bereich von Serviceunternehmen unter Beteiligung der öffentlichen Hand, speziell an Krankenhäusern. Nach etwas über einem Jahr des Bestehens blickt die Gewerkschaft auf Ihrer Homepage auf erfolgreiche Verlängerungen von Arbeitsverträgen, Klärungen in Lohnangelegenheiten und die Rücknahme von Kündigungen zurück. Für das laufende Jahr hat sie sich eine Ausweitung ihrer Tätigkeit und Kontakte vorgenommen. Quelle: Screenshot
NAG Quelle: Screenshot
DFeuG Quelle: dpa/dpaweb
TGL Quelle: dpa
Verband Private SicherheitInnerhalb der Polizeigewerkschaft DPolG hat sich der Verband Private Sicherheit gegründet. Er will Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten vertreten, beispielsweise an Flughäfen. Quelle: Handelsblatt Quelle: AP

Im Tarifkonflikt beim Energiekonzern Eon hat am Montag die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik begonnen. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE fordern rund 6,5 Prozent mehr Geld für die rund 30.000 Beschäftigten und haben die Verhandlungen nach drei ergebnislosen Runden für gescheitert erklärt. Das Unternehmen hatte bisher 1,7 Prozent geboten. Die Urabstimmung läuft bis Freitag früh. Für einen Streik ist eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Mitglieder nötig.

1,7 Prozent liege unter der Inflation, bedeute also reale Einkommensverluste, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Volker Stüber zum Auftakt der Urabstimmung. Damit „steuert der Konzern geradewegs auf eine Auseinandersetzung zu, die es in dieser Schärfe in der privaten Energiewirtschaft noch nicht gegeben hat“.

Streik würde auch Kraftwerke betreffen

Ende vergangener Woche hatte die E.On-Geschäftsleitung neue Gesprächsbereitschaft signalisiert. Eon sei bereit, sich „sehr deutlich zu bewegen“, falls es zu neuen Verhandlungen komme, sagte ein Firmensprecher am Montag. Darauf seien die Gewerkschaften aber nicht eingegangen.

Kommt es zu einem Streik, der auch Kraftwerke betrifft, würden die Gewerkschaften die Unternehmensleitung rechtzeitig informieren, hatten Sprecher vorab angekündigt. Versorgungsprobleme drohen also nicht, das Unternehmen muss aber mit Zusatzkosten Strom auf den Märkten beschaffen. Kosten ließen sich dafür noch nicht abschätzen. Das hänge vom Umfang der Streikpläne ab, sagte ein E.On-Sprecher. E.On hatte 2011 erstmals in der Firmengeschichte Milliardenverluste erwirtschaftet. Für 2012 rechnet das Unternehmen wieder mit Gewinnen, die Marge steht aber weiter durch den niedrigen Börsenpreis des Stroms, die Abschaltung der Atomkraftwerke und die Energiewende unter Druck.

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