Tarifverhandlungen Ein Streik bei Eon rückt näher

Beim Energieversorger mehren sich die Zeichen für einen Arbeitskampf. Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben sich bei den Tarifverhandlungen nicht einigen können. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt.

Eon-Beschäftigte demonstrieren bei einem Warnstreik vor dem Kernkraftwerk in Brokdorf (Schleswig-Holstein). Quelle: dpa

Nach dem Abbruch der Tarifgespräche beim Energieriesen Eon haben die Tarifkommission der Gewerkschaften IG BCE und Verdi die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Dies teilte die IG-BCE-Zentrale mit. Damit spitzt sich der Tarifkonflikt bei dem Düsseldorfer Konzern weiter zu, eine Urabstimmung über einen erstmals unbefristeten Streik in der Branche wird wahrscheinlicher. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hatten sich am Dienstag nicht annähern können. Während die Gewerkschaften auf ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld für rund 30 000 Eon-Beschäftigte beharrten, erhöhte Eon sein Angebot nur von 1,1 auf 1,7 Prozent.

„Die Arbeitgeber wären gut beraten, unverzüglich auf eine Linie der Vernunft einzuschwenken“, sagte der Verhandlungsführer der IG BCE, Holger Nieden. Sie hätten sich in drei Runden nicht bewegt. „Ein Arbeitskampf ist nicht länger ausgeschlossen.“ Am Montag hatte es bei Eon Warnstreiks gegeben, das weitere Vorgehen wird nun beraten.

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Auch von Verdi kam scharfe Kritik. „Wir werden umgehend mit der Vorbereitung der Urabstimmung beginnen“, sagte Gewerkschafter Volker Stüber. Ein Streik werde provoziert, wenn Eon trotz guter Ertragslage eine Entgelt-Steigerung unter der Inflationsrate durchsetzen wolle.

Der Stromriese hatte die 6,5-Prozent-Forderung bereits nach den ergebnislosen Gesprächen am Dienstag zurückgewiesen: „Das geht deutlich über das Maß hinaus, das wir vertreten können, und entbehrt jeder realistischen Grundlage.“ Zudem habe die andere Seite bisher keine Zugeständnisse gemacht. Die Gewerkschaften verlangen auch die Übernahme von Lehrlingen und eine Tarifbindung ausgelagerter Sparten.

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