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Trennung von Medizin und Gastochter General Electric treibt radikalen Umbau voran

General Electric trennt sich von Medizinsparte und Gastochter Quelle: REUTERS

Der US-Industrieriese General Electric sucht mit einer Radikalkur den Weg aus der Krise. Der Konzern will sich künftig nur noch auf die Felder Kraftwerke, Erneuerbare Energien und Luftfahrt konzentrieren.

Im Zuge seiner Konzentration auf Luftfahrt und Energie will der Siemens-Rivale General Electric (GE) sein Medizingeschäft mit einem Umsatz von über 19 Milliarden Dollar abspalten. Die Öl- und Gastochter Baker Hughes in den kommenden zwei bis drei Jahren verkaufen. Der Verwaltungsrat habe den Plänen bereits zugestimmt. Die Aktie legte vorbörslich zu.

GE-Chef John Flannery sprach von einem Meilenstein in der Geschichte der US-Industrieikone. GE werde durch die Einschnitte agiler und könne Schulden abbauen. Luftfahrt und Energie seien die Felder, die das größte Wachstum versprechen. Der Konzern rechnet mit Einsparungen von mindestens 500 Millionen US-Dollar bis zum Jahr 2020. Die Schulden sollen im gleichen Zeitraum um 25 Milliarden Dollar sinken.

Der Siemens-Konkurrent steckt in der schwersten Krise seiner 126-jährigen Unternehmensgeschichte. Wegen schwacher Ergebnisse und des Wertverfalls an der Börse fliegt der Konzern nun auch aus dem US-Leitindex Dow Jones Industrial heraus, dessen Gründungsmitglied er war. GE-Chef Flannery steht unter dem Druck von Investoren, den Mischkonzern zu verschlanken, der nicht zuletzt im Energiegeschäft mit Umsatz- und Gewinnrückgängen kämpft.

Konzernchef Flannery hatte angekündigt, Firmenteile im Wert von 20 Milliarden Dollar zu versilbern. Einiges wurde bereits eingeleitet. So wird die Zugantriebssparte GE Transportation mit dem Zugausrüster Wabtec zusammengelegt. Das Geschäft mit industriellen Gasmotoren soll an den Finanzinvestor Advent verkauft werden. Nach der Ausgliederung der Transport-Sparte solle nun auch dieser Bereich eigenständig werden. Zudem solle in den kommenden zwei bis drei Jahren der 62,5-prozentige Anteil an Baker Hughes in „einem geordneten Verfahren“ abgestoßen werden. Ziel sei es, die Konzernstruktur zu verschlanken und die Schulden zu reduzieren. „Wir werden unser Geschäft und unsere Bilanz weiter verbessern, wenn wir GE einfacher und stärker machen“, erklärte GE-Chef John Flannery.

Erst am Montag hatte GE mitgeteilt, für 3,25 Milliarden Dollar sein Geschäft mit Gasmotoren und Geräten zur dezentralen Stromerzeugung an den Finanzinvestor Advent zu verkaufen.

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