VNG Gazprom hält nun doch seine Anteile

Exklusiv

Lange Zeit sah es so aus, dass Gazprom seine Anteile am ostdeutschen Energiekonzern VNG verkauft. Jetzt wollen die Russen ihre Anteile behalten. Gleichzeitig strebt die Stadt Leipzig die Mehrheit an VNG an.

VNG-Zentrale in Leipzig: Übernimmt die Stadt die Mehrheit? Quelle: dpa

Der russische Gaskonzern Gazprom trennt sich überraschend doch nicht von seinem Anteil am ostdeutschen Energiekonzern Verbundnetz Gas (VNG). Gleichzeitig strebt die Stadt Leipzig an, die Mehrheit der VNG, Ostdeutschlands einzigem Großkonzern, zu übernehmen. Es wäre ein Milliardendeal, bei dem der australische Finanzinvestor Macquarie helfen soll.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat der Vorstand von Gazprom am Mittwoch beschlossen, dass seine deutsche Tochter Gazprom Germania ihren Anteil von 10,52 Prozent an den VNG behält. Bisher galt als sicher, dass Gazprom seinen Anteil an den Oldenburger Energieversorger EWE verkauft. Der hält derzeit 63,69 Prozent an VNG, dem mit einem Umsatz von zuletzt zehn Milliarden Euro einzigen Großkonzern mit Sitz in Ostdeutschland. EWE will nun nach Informationen der WirtschaftsWoche seinen Anteil an die städtische Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft LVV verkaufen.

Die deutsche Abhängigkeit von russischem Gas und Öl

Derzeit halten die Leipziger zusammen mit anderen ostdeutschen Stadtwerken und öffentlichen Unternehmen 25,79 Prozent an VNG. Mit den 63,69 Prozent der EWE käme Leipzig mit seinen Partnern auf 89,48 Prozent. Die Gespräche mit dem Leipziger Versorger seien weit fortgeschritten, heißt es aus Finanzkreisen. Bis zur Sommerpause soll die Übernahme organisiert, bis Ende des Jahres dann abgeschlossen sein. Die Risikoprüfung der VNG läuft. Im Gespräch ist ein Verkaufspreis zwischen 1,0 und 1,5 Milliarden Euro. Macquarie soll knapp die Hälfte der Summe finanzieren.

VNG sitzt wie die LVV in Leipzig. Der Konzern fördert, transportiert, speichert und handelt mit Gas, das aus Russland und Norwegen kommt. Über ein eigenes Netz versorgt das Unternehmen vor allem ostdeutsche Stadtwerke.

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