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Vor Innogy-Zerschlagung RWE kämpft mit Einbußen und erwartet Jobabbau

RWE erwartet signifikanten Jobabbau durch Kohleausstieg Quelle: dpa

Der Energiekonzern RWE hat vor der geplanten Zerschlagung der Tochter Innogy weniger verdient und stellt sich auf einen deutlichen Stellenabbau durch den Kohleausstieg ein.

RWE rechnet durch den Kohleausstieg in Deutschland mit einem erheblichen Stellenabbau. Er gehe davon aus, dass ein Großteil der von der Kohlekommission zusätzlich bis 2022 empfohlenen Kraftwerks-Stilllegungen auf Nordrhein-Westfalen entfallen werde, erklärte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht 2018. Weitere Schließungen würden auch Auswirkungen auf den Tagebau von RWE haben. „Und sie werden dazu führen, dass Stellen wegfallen. Ich rechne mit einem signifikanten Abbau bereits bis 2023.“ Genaue Zahlen nannte er nicht.

RWE werde bei dem Stellenabbau aber wohl nicht allein mit den üblichen sozialverträglichen Maßnahmen auskommen, betonte der Manager in einem Video-Interview des Energiekonzerns. Er setze aber auch hier auf die Gespräche mit der Bundesregierung. RWE beschäftigt im Rheinischen Revier knapp 10.000 Mitarbeiter.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei 2018 bezogen auf die Kennziffer „RWE Stand alone“ insbesondere wegen der niedrigeren Strom-Großhandelspreise auf 1,5 von zuvor 2,1 Milliarden Euro geschrumpft, teilte der Versorger am Donnerstag mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,6 Milliarden gerechnet. Für 2019 stellt RWE 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro in Aussicht. RWE Stand alone umfasst die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel sowie die Dividende von Innogy.

RWE-Chef Schmitz setzt auf den Umbau des kohlelastigen Versorgers durch die Zerschlagung der Tochter Innogy. Die neue Gesellschaft solle RWE Renewables heißen und sich auf die Kernmärkte in Europa, Amerika und neue Märkte im asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren. RWE will im Zuge des Deals mit E.ON die Ökostromgeschäfte von Innogy und die von E.ON übernehmen. Schmitz erklärte, dass es im Fall eines ungeordneten Brexit Verzögerungen geben könne, er sei aber zuversichtlich, dass der Fahrplan eingehalten werde.

Der bereinigte Überschuss schmolz 2018 auf 591 Millionen von 973 Millionen Euro zusammen. Allein im Segment Braunkohle & Kernenergie schrumpfte der operative Gewinn auf 356 Millionen von 671 Millionen Euro zusammen. Hier wirkte sich auch die Abschaltung des AKW Gundremmingen im Zuge des Atomausstiegs negativ aus. Den Aktionären will RWE für 2018 eine ordentliche Dividende von 70 Cent je Aktie und für 2019 von 80 Cent je Anteilsschein zahlen. 2017 waren es 1,50 Euro, davon eine Sonderdividende von einem Euro.

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