Windreich Willi Balz - Neues vom Windmacher

Willi Balz, der umstrittene Chef des Windparkentwicklers Windreich, präsentiert am Mittwoch die mit Spannung erwartete und mehrfach verschobene Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr.

Willi Balz Quelle: dpa

Willi Balz bläst mal wieder kräftig die Backen auf. Im Einladungsschreiben für die Bilanzpressekonferenz am Mittwoch tönt der Chef und Eigentümer des Windparkentwicklers Windreich aus Wolfschlugen bei Stuttgart in altbekannter Manier: „Lassen Sie sich nicht weiter in Ihrer Meinungsbildung manipulieren, kommen Sie zu uns. Sehen Sie sich die technisch vollbrachten Meisterleistungen und die geschaffenen Arbeitsplätze an und bilden sich Ihre eigene Meinung!“

Ja, so kennen wir ihn, den Willi aus Wolfschlugen: Großspurig, aufgeblasen, hyper-euphorisch. Ein Mann, der die Wahrheit einzig und allein für sich gepachtet zu haben scheint.

Dabei würde ihm ein wenig mehr Zurückhaltung sicher besser zu Gesicht stehen. Das dürften ihm auch schon diverse PR-Beratungsunternehmen in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gepredigt haben. Nur, Balz gilt als beratungsresistent, darüber hinaus als aufbrausend und ungeduldig. Derweil droht sein Unternehmen, der schwäbische Windparkprojektierer Windreich, den Bach herunterzugehen. Doch die Fehler suchte und sucht Balz immer nur bei anderen: bei ehemaligen Weggefährten wie Walter Döring (FDP), dem Ex-Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg und zwischenzeitlichen Aufsichtsratsmitglied und Vizevorstand bei Windreich. Bei Karl-Gerhard Eick, dem früheren Arcandor-Chef und Beinahe-Finanzvorstand von Windreich. Bei den großen Stromversorgern RWE, E.ON & Co. , die ihn als gefährlichen und erfolgreichen Wettbewerber identifiziert haben und seither bekämpfen. Und natürlich bei der Presse, die durch ihre kritische Berichterstattung über seine Person und seine Firmen dem Erfolg seines Unternehmens, ja der ganzen Energiewende schaden.

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Weder staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und Durchsuchungen wegen mutmaßlicher Bilanzmanipulation, Kapitalanlagebetrugs, Marktpreismanipulation oder Kreditbetrugs noch die prekäre finanzielle Situation, die Windreich nahe an eine Insolvenz trieb, nehmen dem exzentrischen Windreich-Boss den Wind aus den Segeln. „Um mich aufzuhalten, müsste man mich einsperren", tönte der Rennsportfan, Segelflieger und passionierte Segler jüngst in einem Interview. Eine Vorhersage?  

Gespannt wartet die Öffentlichkeit nun auf die mehrfach verschobene Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr 2012. Erste Eckdaten posaunte Balz schon mal vorab in die Welt. Trotz Abschreibungen auf Anteile an dem insolvent gegangenen Windanlagenbauer Fuhrländer aus dem Westerwald sei bei einer Gesamtleistung von 101 (Vorjahr 161) Millionen Euro ein Verlust von 10 Millionen Euro aufgelaufen - nach einem Gewinn von 10 Millionen im Vorjahr.

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