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Energiekonzerne Die Zukunft der vier Strom-Mächte

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Der Dritte im Bunde, die baden-württembergische EnBW, ist von den schwäbischen und badischen Kommunen beherrscht. Dem Land gehören 90 Prozent des Versorgers, und das Land ist in der Mehrheit grün-rot, der Ministerpräsident bald ein grüner Kernkraftwerksgegner. Auch diejenigen Kommunen, die in Baden-Württemberg CDU-dominiert bleiben, werden sich nicht auf die Hinterbeine stellen, um die zwei Kernreaktoren, die unter das Moratorium fallen, so schnell wie möglich wieder in Gang zu bringen. Zu hart war die Strafe der Wähler. So ist das Aktionärsinteresse von EnBW ziemlich klar - es würde allem Anschein nach dann nicht mehr reichen für Neckarwestheim I und Philippsburg I ein Moratorium zu erwirken, sondern sie ganz und für immer abzuschalten.

Bleibt noch Vattenfall - der Versorger, der gegenüber den anderen drei so ziemlich anders aussieht. Vattenfall ist ein schwedischer Staatskonzern, der in Deutschland vor allem auch wegen der Kernkraft investiert hat. Die Meiler Krümmel und Brunsbüttel gehören zu Vattenfall und damit zwei Kernkraftwerke, die wegen technischer Mängel seit 2007 abgeschaltet sind. E.On wollte sich - vor der Japan-Katastrophe - aufgrund der angeblichen Unzuverlässigkeit des schwedischen Betreibers, die Betriebsführerschaft sichern. Hinter dieses Ziel, von E.On hinter den Kulissen mit Vehemenz vertreten, muss nun ein ganz großes Fragezeichen gesetzt werden. Denn was nützt eine Betriebsführerschaft auf dem Papier, wenn das Kernkraftwerk abgeschaltet bleibt?

Einig bei der Kohle

Eine gemeinsame Linie gibt es allerdings, wenn auch nur zwischen zweien der vier Strom-Mächte. Sie verläuft zwischen RWE und Vattenfall. Es sind die vielen Braunkohlekraftwerke der beiden Versorger und die Braunkohleförderung der beiden, der eine im rheinischen Revier, der andere in der Lausitz. Braunkohle ist nach den Atomkraftwerken der sicherste Lieferant von Grundlaststrom, also derjenigen Energie die gleichmäßig und rund um die Uhr vor allem große Industriekunden wie die Chemie- und Stahlindustrie versorgen kann. Durch den sich abzeichnenden Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland wird nun Braunkohlestrom wieder attraktiv, der wegen seiner hohen CO-2-Ausdünstungen bisher im Verruf war. EnBW und E.On verfügen über keine Braunkohlereviere. Sie müssten auf Steinkohle, Gas und Wasser setzen.

Einigkeit? Es ist eher Vielfalt, die zu Zwietracht führen könnte.

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