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Energieversorger Stromriesen E.On und RWE im Leistungsvergleich

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Der E.On-Ausblick war - angesichts der Zahlen - noch nie so pessimistisch. "Der Wind ist rauer geworden", klagte Teyssen. Das Kohlekraftwerk Datteln wackelt unter der neuen rotgrünen Minderheitsregierung. Auch das Gasgeschäft, jahrzehntelang ein Parade-Gewinnbringer für E.On Ruhrgas, stottert. Es gibt ein Überangebot an Erdgas in Westeuropa, Konkurrenzangebote von Flüssiggas macht dem Großhändler von E.On Probleme. Teyssen baut das Gasgeschäft völlig um, er ist noch neu.

RWE-Lenker Großmann dagegen, seit Oktober 2007 im Amt, und bereits im täglichen Energiegeschäft etwas abgeschliffener und ruhiger, verkündete keine großen Umbauten der Brot- und Buttergeschäfte. Er hat einen großen Deal und dessen Integration in das RWE-Reich gerade hinter sich. Im vergangenen Geschäftsjahr erwarb er Teile der holländischen Essent und konnte damit das RWE-Versorungsgebiet - auch international - in unmittelbarer Nähe des nordrhein-westfälischen Heimatmarktes deutlich vergrößern. Dies gelang E.On unter Wulf Bernotat nicht. Im Gegenteil: E.On hat in den vergangenen Jahren ein Desinvestitionsprogramm in Höhe von 13 Milliarden Euro hinter sich.

Aufräumer-Posen bei E.On

Bernotat-Nachfolger Teyssen zeigt sich in der Pose des Aufräumers, der das ganze Ausmaß seiner Arbeit noch nicht quantifizieren will. Wie er künftig E.On-Ruhrgas umkrempeln will, wird er erst im September erläutern. Gerade beendete er die Tätigkeit des früheren Shell-Managers und Bernotat-Intimus Jochen Weise als Einkaufschef von E.On-Ruhrgas. Seine hohe Wertschätzung für Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg zeigt sich in der Beförderung des früheren Henkelmanagers in den Zentralvorstand von E.On, in dem Reutersberg für die diversen und ziemlich unüberschaubaren E.On-Landesgesellschaften zuständig sein wird.

Solche Personal-Verschiebungen hat Ingenieur Großmann bereits hinter sich. Verwaltungsjurist Teyssen zeigt sich dagegen als temperamentvoller Heißstarter. Großmann kam als erfolgreicher Selfmade-Unternehmer zu RWE und kann jederzeit in seine eigene Welt zurückkehren. Teyssen ist ein typisches E.On Hochkulturgewächs mit Bodenberührungen in Stadtwerkebeteiligungen des Düsseldorfer Riesen. Ob sich beide einmal aneinander messen werden?

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    Der Wind ist rauer. Die Einigkeit unter Versorger-Chefs gehörte früher zur Branchenkultur. Sie werden vielleicht noch mal gegenander kämpfen, wenn Berliner Energiepolitiker lieber RWE-Atomkraftwerke abschalten als E.On-Meiler. Beide hätten schon jetzt nicht so viel dagegen, wenn der erste Meiler von EnBW in Baden-Württemberg geopfert wird. Der Meiler Neckarwestheim wäre dann dran. Weit genug entfernt von Essen und Düsseldorf.

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