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Energiewende Die Gewinner und Verlierer des Atomausstiegs

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Wind- und Solarenergie: Vorsicht, Strohfeuer!

Der Offshore-Windpark «Alpha Quelle: dpa

Welch eine Woche! Conergy plus 60 Prozent, Solarworld plus 30, Nordex plus 20 Prozent. Der Öko-Dax mit zehn Unternehmen aus der Sparte der erneuerbaren Energien verzeichnete Rekordzuwächse. Eine Woche nach den ersten Fernsehbildern vom brennenden Atomkraftwerk Fukushima lag der Index 20 Prozent über dem Stand der Vorwoche. Je früher in Deutschland Atomkraftwerke abgeschaltet werden, so die Logik der Börsianer, desto schneller muss Ersatz her: von Solarstromern und Windjägern.

Doch der Börsenhype dürfte nur ein Strohfeuer gewesen sein. Zwar kann sich die Branche bei einem forcierten Atomausstieg in Deutschland über einen kräftigen Wachstumsimpuls freuen. Die fundamentalen Perspektiven hätten sich jedoch nicht so deutlich verbessert, wie viele Anleger offenbar glaubten, warnt die WestLB mit Blick auf den viertgrößten Windradhersteller Nordex und empfiehlt die Aktie sogar zum Verkauf.

Die Probleme der Branche lösen sich auch durch einen radikalen Wechsel in der Atompolitik nicht so rasch in Luft auf. Solarfirmen wie Q-Cells, Solarworld oder Conergy kämpfen unverändert gegen den Preisverfall bei Modulen, schwindende Margen, Billigkonkurrenz aus Fernost oder Kürzungen der Solarförderung. Ihre Technologien brauchen weiterhin hohe Subventionen oder höhere Strompreise.

Siemens Windparkanlagen haben weniger Leistung

Ähnlich ist die Lage in der Windenergiebranche. Windradbauer wie Nordex, Repower oder Enercon sehen sich chinesischen Wettbewerbern und Überkapazitäten gegenüber. Zudem verdüstern fehlende Stromleitungen, Terminverzögerungen und Finanzierungslücken besonders bei den Windfeldern in der Nord- und Ostsee die generellen Geschäftsaussichten. 

Grund zur Vorfreude bieten allenfalls Bestrebungen der Bundesregierung, den Anteil der erneuerbaren Energien schon bis 2020 von 17 auf bis zu 40 Prozent zu steigern. Zentraler Bestandteil dieser Pläne sind gigantische Offshore-Windparks. Vom Ausbau dieser Mega-Parks werden vor allem Offshore-Spezialisten wie Areva, Tochterunternehmen des gleichnamigen französischen Atomkonzerns, sowie der deutsch-indische Anbieter Repower profitieren. Beide sind in der Lage, die künftig benötigten Windmühlen im Leistungsbereich von mindestens fünf Megawatt zu bauen. Siemens hat diese nicht im Angebot. Die Münchner bezeichnen sich zwar gern als Weltmarktführer bei Offshore-Windkraftanlagen. Allerdings sind sie dies bisher eher in seichten und küstennahen Gewässern mit vergleichsweise kleinen Maschinen bis zu 3,6 Megawatt Leistung. Bei den Mega-Mühlen für raue See fehlt Siemens die Expertise – noch.

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