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Energiewende Die Gewinner und Verlierer des Atomausstiegs

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Kabel: Lukrative Engpässe

Desertec Quelle: AP

Einer der wichtigsten Profiteure eines möglichen schnellen Atomausstiegs ist die Kabelindustrie. Schon heute gibt es große Lücken innerhalb der Hochspannungsnetze in Europa. So ist die Netzinfrastruktur noch gar nicht dafür ausgelegt, um im großen Stil Strom aus erneuerbaren Energien zu transportieren. Grund: Regenerativ erzeugter Strom muss, etwa im Falle von Offshore-Windparks in der Nordsee, über Fernleitungen aus dem Norden hin zu den Verbrauchern in den Ballungszentren in der Mitte Europas transportiert werden. Laut Analyse der Deutschen Energieagentur Dena fehlen bis zum Jahr 2020 allein in Deutschland 3600 Kilometer Hochspannungsleitungen; ihr Bau würde der Berechnung zufolge fast zehn Milliarden Euro kosten.

Sollte Deutschland die AKWs nun schneller abschalten und den Anteil erneuerbarer Energien hochfahren, würden noch größere Investitionen in neue Stromautobahnen nötig. Zudem schimmert am Horizont noch das Projekt Desertec, in dessen Rahmen bis 2050 im großen Stil Solar- und Windkraftanlagen in Nordafrika Strom erzeugen und nach Europa transportieren sollen, was ebenfalls zusätzliche Netzkapazitäten verlangt.

Ein neues Zeitalter für Energienetzwerke

Gute Aussichten für die Anbieter von Stromnetzen also. Derzeit beträgt das Marktvolumen geschätzt rund drei Milliarden Euro; 80 Prozent davon entfallen auf die ungefähr gleich starken Weltmarktführer ABB und Siemens. Laut Erwartung von Siemens ist in den kommenden Jahren ein Wachstum jenseits der Zehn-Prozent-Schwelle möglich. Bis 2020 könnte der Markt auf sechs bis neun Milliarden Euro anwachsen – so die Schätzung vor der Atomkatastrophe in Japan.

Wie sehr Siemens an die Zukunft jenes Geschäfts glaubt, hat der Konzern erst Anfang März bewiesen: Da übernahmen die Münchner das norwegische Unternehmen Bennex Group, einen Hersteller für tiefseetaugliche Kabelverbindungen zur Stromversorgung in Meerestiefen bis zu 3000 Metern. Zwar ist Bennex bisher spezialisiert auf die Verkabelung von Öl- und Gasförderanlagen in der Tiefsee. Dieses Know-how kann Siemens künftig auch bei der Unterwasser-Verbindung von europäischen Strom-Transporttrassen einsetzen – ein wichtiger Bestandteil von dezentralen Übertragungsnetzen im Zeitalter erneuerbarer Energien.

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