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Ertragsausfall A380-Verzögerung kostet EADS sechs Milliarden Euro

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erwartet durch die Verzögerung beim Super-Airbus A380 einen Verlust in Höhe von sechs Milliarden Euro. Dies teilte der Konzern heute in Paris mit. Den Vorsteuergewinn des Jahres 2006 werde die Verzögerung um 1,1 Milliarden Euro mindern.

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A380: Verzögerungen kosten sechs Milliarden Euro, Reuters

Die EADS-Tochter Airbus werde wegen der Verzögerung mit dem neuen Flugzeug nun erst ab 420 Auslieferungen Gewinn erwirtschaften, hieß es weiter. Zuvor hatte der Konzern erwartet, die Gewinnzone von 270 Maschinen an zu erreichen. Die Lage beim Airbus-Mutterkonzern EADS sollte nach Ansicht des Managements nicht dramatisiert werden. Es gebe keinen Grund zur Hysterie, sagte EADS-Co-Chef Thomas Enders heute beim Deutschen Luftverkehrskongress in Berlin. „Wir werden in diesem Jahr eine Rekordzahl von Flugzeugen ausliefern, etwa 420 bis 430.“ Im kommenden Jahr würden es etwa genauso viele sein. Diese Tatsache dürfe angesichts der Schwierigkeiten bei der Auslieferung des neuen Airbus-Großraumflugzeugs A380 nicht vergessen werden. Die Krise um den A380 werde „die industrielle Landschaft in Deutschland nicht platt machen“, fügte Enders hinzu. EADS versuche „das Loch, das wir durch Managementfehler selbst gegraben haben“, wieder zuzuschütten. Diese Meinung teilte auch Airbus-Deutschlandchef Gerhard Puttfarcken. Die Perspektiven für Airbus blieben „hervorragend“, sagte er. „Wir sehen heute keine Notwendigkeit, über Entlassungen zu diskutieren“, machte er klar. Er betonte auch, dass sich die Produktionsprobleme des A380 auf alle Standorte auswirken würden, nicht nur auf deutsche Werke. „Es ist nicht ein Problem eines Standorts, sondern es ist ein Airbus-Problem“, sagte Puttfarcken. Der Flugzeugbauer versucht, die Folgen der Verzögerungen beim Bau des Superjumbos ohne Kündigungen der Stammbelegschaft zu bewältigen. 1000 von 7300 Leiharbeitern müssen aber gehen. Runder Tisch mit Ausrüstern Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, Hans-Joachim Gante, kündigte für den 26. Oktober einen Runden Tisch von Airbus und seinen Ausrüstern an, um das weitere Vorgehen bei der Produktion des A380 abzustimmen. Die Airbus- Krise bedrohe „in keiner Wiese die Substanz“ der deutschen Luftfahrtindustrie, die „Weltspitze“ sei. Auch die Aussichten seien gut. In den kommenden Jahren werde es weltweit jährlich einen Bedarf von rund 1000 Flugzeugen mit mehr als 100 Sitzplätzen geben. In der Diskussion um eine mögliche weitere Verringerung des von DaimlerChrysler gehaltenen EADS-Anteils in Höhe von 22,5 Prozent plädierte Gante für eine Lösung mit privaten Investoren. Einen Einstieg des deutschen Staates beurteilte er „sehr, sehr skeptisch“. Denkbar sei, dass die staatliche KfW Bankengruppe „vorübergehend einspringt“. Industrieverbandspräsident Jürgen Thumann schloss sich dem an. Er forderte die Bundesregierung auf, auf eine Reduzierung des französischen (15 Prozent) und spanischen (5,5 Prozent) Staatsanteils zu dringen.

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