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Ex-Landesbank-Vorstand verhaftet Die Skandale bei der BayernLB

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Bereits die Ursprünge der jüngsten Affäre zeigen, wie die Geschäfte der BayernLB mitunter funktionieren.

Der bayrische Filmhändler Leo Kirch, in der Politik des Freistaats bestens verdrahtet, hatte sich in den Neunzigerjahren mit Krediten der Landesbank in die Rennserie Formel 1 eingekauft. Nachdem sein Film- und Fernsehimperium 2002 zusammenbrach, fielen Kirchs Formel-1-Anteile an die Bank. Gribkowskys Aufgabe als Risiko-Vorstand war es später das BayernLB-Erbe aus dem Konkursimperium zu verwerten und möglichst viel von den zwei Milliarden Euro zurückzuholen, die die Bank dem Medienhändler geliehen hatte.

2006 verkaufte die Bank die Formel-1-Anteile schließlich an die Londoner Investmentgesellschaft CVC und den schillernden Formel-1-Gründer Bernie Ecclestone. Für welchen Preis die Anteile den Besitzer wechselten ist unklar, doch seit dem Deal machen Gerüchte die Runde, es sei eine recht überschaubare Summe gewesen.

Ex-Vorstand schweigt

Die BayernLB erklärt zwar noch am vergangenen Dienstag, es gebe „bisher keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass der Verkaufsprozess korrekt vollzogen wurde“. Doch die Münchner Ermittler sahen das anders. Stutzig macht sie vor allem, dass nach dem Deal offenbar 50 Millionen Dollar aus Mauritius und den karibischen Jungferninseln an die im österreichischen Salzburg beheimatete Stiftung Gribkowskys transferiert wurden. Der Ex-Vorstand schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Ironie der Geschichte: Die Verkaufserlöse des Formel-1-Deals nutzte die Bank wohl auch, um ihre Expansionspläne in Osteuropa voranzutreiben. Damit bahnte sich das nächste Desaster an: die Übernahme der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria.

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