WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Facebook, Twitter, LinkedIn Welche Internet-Firmen wirklich Zukunft haben

Seite 3/5

Zynga-Spiel Café World: Social Games sind „typische Managementspiele“

Denn im Sog von Facebook entsteht eine milliardenschwere Subindustrie, zu der auch die sogenannten Social Games gehören. Vor allem Zynga, Anbieter von Spielen wie FarmVille, CityVille und Mafia Wars, stieg im Schlepptau von Facebook zum Riesen auf.

Im Oktober überholte Zynga mit einem von Investoren beim Einstieg taxierten Unternehmenswert von fast sechs Milliarden Dollar sogar das 1982 gegründete Videospiele-Schwergewicht Electronic Arts, der Klassiker wie Die Sims und Need for Speed herausbringt.

Während sich der weitaus kleinere Social-Games-Anbieter Playfish für 400 Millionen Dollar an Electronic Arts verkaufte und Konkurrent Playdom für 763 Millionen bei Disney unterschlüpfte, ist der gerade einmal etwas mehr als drei Jahre alte Riese Zynga immer noch selbstständig.

Lukratives Geschäft mit virtuellen Tomaten

Schätzungen zufolge spielen heute mehr als 300 Millionen Menschen die kostenlosen sozialen Spiele im Netzwerk-Facebook. Sie bauen gemeinsam mit ihren Freunden virtuelle Tomaten an, errichten virtuelle Häuser.

Das aktuell erfolgreichste soziale Spiel City-Ville, das erst seit Dezember letzten Jahres auf dem Markt ist, bringt es derzeit auf 100 Millionen Mitspieler. Zynga finanziert sich dabei aus dem Verkauf virtueller Güter. So kann ein Spieler in CityVille gegen echtes Geld virtuellen Strom für seine Stadt kaufen und so mehr Punkte sammeln. Immerhin drei Prozent der Spieler nutzen diese Art Punkte-Doping bereits. Vom Erlös aus diesen Käufen kassiert Facebook satte 30 Prozent. Zudem experimentieren Zynga & Co. mittlerweile mit Werbung in den Spielen.

Foursquare ist das derzeit heißeste Startup

Solcher Erfolge zum Trotz ist auch im modernen Internet vom Geschäftsmodell her nicht alles Gold, was glänzt. Als eines der heißesten Startups gilt derzeit Foursquare, ein Dienst vor allem für Smartphones. Nutzer können sich über ein GPS-fähiges Telefon – das also per Satellit ihren Standort erkennen kann – in Restaurants, Hotels, Bahnhöfen, Parks und allen möglichen anderen Orten "einchecken". Die Software übermittelt den aktuellen Standort dann unter anderem an das Facebook- oder Twitter-Konto des Nutzers.

Was als eine Art Spiel gedacht war, wird zunehmend von Unternehmen als Möglichkeit zur Kundenbindung entdeckt. So bieten auch hierzulande Restaurants kostenlose Speisen an für die Person, die am häufigsten in dem Lokal eincheckt. Der US-Textilriese Gap gab im vergangenen Sommer einen Tag lang jedem, der via Foursquare in einer Gap-Filiale eincheckte, 25 Prozent Rabatt.

Hatte Foursquare vor einem Jahr gerade mal 250.000 Nutzer, sind es inzwischen mehr als 5,5 Millionen. Umsatz generiert das Unternehmen aber kaum. Trotz der sehr hohen Bewertung von 95 Millionen Dollar ist es offenbar für manche Investoren aber einfach cool, mal 10.000 Dollar in Foursquare zu investieren. "Denen geht es in erster Linie nicht um Rendite", lästert der britische Internet-Unternehmer Brent Hoberman, der im Dotcom-Boom das Portal Lastminute.com gründete und heute als Investor in der Branche aktiv ist. Vielmehr wollen diese Investoren mit Four-square in Verbindung gebracht werden.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%