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Facebook, Twitter, LinkedIn Welche Internet-Firmen wirklich Zukunft haben

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Grafik: Weltweite Nutzerzahlen von Facebook und Co.

Unternehmen wie Facebook, Yelp und Groupon sind inzwischen rund um den Globus aktiv. Doch die neue Internet-Welt ist auch erbarmungslos. Während Industriekonzerne wie Daimler auf mehr als 100 Jahre Firmengeschichte blicken und wohl auch die kommenden 100 Jahre existieren werden, ist dies bei Internet-Riesen wie Google und Facebook nicht gesagt.

Denn im Web gilt fast immer: Der Gewinner bekommt alles – aber nur, bis die nächste Nummer eins um die Ecke kommt. Die meisten Nutzer steuern am liebsten genau die sozialen Netzwerke, Suchmaschinen, Videoportale an, die auch alle anderen gerade nutzen – derzeit sind das Facebook, Google, YouTube. Schon die Zweitplatzierten sind meist hoffnungslos abgeschlagen.

Doch Gewinner können schnell zu Verlierern werden. Nur wer ein zeitlos gutes Geschäftsmodell hat wie der Versandhändler Amazon oder sich ständig an neue Trends anpasst wie Google, bleibt an der Spitze. Beispiele für den Abstieg einstiger Stars gibt es viele – etwa das soziale Netz MySpace, das Internet-Portal Yahoo oder die virtuelle Online-Welt Second Life.

Yahoo und MySpace geraten unter die Räder

Als Medienzar Rupert Murdoch im Juli 2005 MySpace für 580 Millionen Dollar kaufte, hielten ihn die einen für verrückt, die anderen für genial. Tatsächlich war MySpace wenig später, im Sommer 2006, das populärste soziale Netzwerk Amerikas. Doch dann folgte der katapultartige Aufstieg Facebooks und damit der rasante Abstieg von MySpace. Facebook mit seinen nur für Freunde einsehbaren privaten Nutzerseiten traf den Nerv der Menschen besser. Heute ist die Nutzerzahl sechsmal größer als die von MySpace. Erst vergangene Woche gab Murdochs Portal bekannt, die Hälfte seiner 1100 Stellen zu streichen. Dazu schließt MySpace unter anderem seine Büros in Deutschland.

Entlassen muss trotz ungebrochenem Internet-Boom auch Yahoo. Der einst gefeierte Suchmaschinen- und Portalanbieter gerät immer mehr unter die Räder von Google und Facebook. Er ist einfach nicht so innovativ wie die Konkurrenz.

Und dann ist da noch Linden Lab, das Unternehmen hinter Second Life. 2007 wurde dessen virtuelle Welt von den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos als Megatrend gefeiert. Doch richtig abgehoben ist das Unternehmen aus San Francisco nie. Am Ende war das Spiel den Nutzern einfach zu langweilig. Im August 2008 hatte Second Life gerade einmal eine Million aktive Mitglieder – verglichen mit heutigen Social-Games-Anbietern wie Zynga ein Zwerg. Ende 2007 auf eine Milliarde Dollar geschätzt, ist das Unternehmen heute nur noch 100 Millionen wert.

Schwaches Europa

Wie schnell ein Star absteigen kann, zeigt sich in Deutschland am Beispiel des zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörenden Netzwerks StudiVZ. Mit dem Markteintritt von Facebook begann die Popularität des deutschen Nachahmers zu schwinden, der zudem nur auf junge Nutzer spezialisiert ist. Inzwischen ärgert sich Martin Weber, Partner bei Holtzbrinck Ventures, StudiVZ 2006 nicht an Facebook verkauft zu haben. Doch Facebook sei zum Zeitpunkt des Angebots lange nicht so stark und profitabel gewesen wie heute. Auch wollten die Amerikaner nur in eigenen Anteilen zahlen.

Inzwischen bedroht der Erfolg Facebooks auch andere deutsche Portale: Das einst stark wachsende soziale Netzwerk Wer-kennt-wen, Anfang 2009 vom Fernsehsender RTL übernommen, kam im Dezember 2010 als Nummer zwei auf gerade einmal 5,1 Millionen Nutzer, wie die Werbeagentur Compass Heading aus Krefeld ermittelt hat. Das ist ein Verlust von einem Viertel aller Nutzer im Vergleich zum Jahresanfang. Noch stärker eingebrochen ist die Schulfreunde-Plattform Stayfriends, die im Jahresverlauf ein Drittel ihrer Nutzer verlor und auf 3,8 Millionen Besucher im Dezember absackte.

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