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Facebook Zuckerberg holt die Russen ins Silicon Valley

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Facebook-CEO Mark Zuckerberg Quelle: AP

Tatsächlich hat Facebook ein Problem mit seiner starken globalen Präsenz. 70 Prozent der derzeit 220 Millionen Nutzer sitzen im Ausland. Die Werbekunden von Facebook wie Nike und Coca-Cola sind jedoch vorwiegend US-Unternehmen. Zwar agieren diese global, doch ihre konkreten Marketing-und Werbebotschaften sind auf lokale Märkte zugeschnitten – Nike präsentiert sich in den USA anders als etwa in Asien. Doch können die Russen mit ihrem Einblick in andere soziale Netzwerke, die auch noch mit Facebook konkurrieren, dabei wirklich weiterhelfen?

Die Wahrheit ist wohl, dass Facebook einfach im Markt klarmachen wollte, dass es immer noch eins der wertvollsten Internet-Unternehmen ist. Die Russen boten einfach die beste Bewertung zu den besten Konditionen, etwa fünfzig Dollar pro Facebook-Nutzer. Das ist ein klares Signal an Zuckerbergs Werbekunden, dass Facebook so schnell nichts aus der Bahn werfen wird.

Zwar hat die Silicon Valley Firma seit dem Microsoft Einstieg fünf Milliarden Dollar an fiktivem Wert verloren. Aber es immer noch besser als die drei oder vier Milliarden Dollar, auf die Marktbeobachter das Unternehmen noch vor kurzen taxierten.

Microsoft kann den Verlust auf dem Papier verschmerzen. Der Softwarekonzern, der auch mit dem Konkurrenten MySpace eine strategische Allianz pflegt, demonstrierte damit, dass es ihm ernst mit seinem Engagement bei sozialen Netzwerken ist. Vor allem wollte man nicht das nächste Phänomen nach Google verpassen. Die damals gezahlten 240 Millionen Dollar waren besser als jede Werbekampagne, zumal sie Microsoft Einfluß bei einem einflußreichen Internet-Unternehmen sicherten.

Talente bei der Stange halten

Der an der US-Eliteschmiede Wharton Business School ausgebildete Milner bestand im Gegensatz zu anderen Interessenten nicht zwingend auf einen Sitz im Aufsichtsrat, was Zuckerberg und seinem Vertrauten, dem Netscape-Gründer Marc Andreesen, die Mehrheit über die Kapitalseite sichert. Er will sich auch künftig im Hintergrund halten. „Nein, Mark hat mir noch keinen Job offeriert“, scherzt Milner. „Ich führe eine Investmentfirma.“

Noch wichtiger:  Zuckerberg kann dank der Russen seine Mitarbeiter bei der Stange halten. Die sind ernüchtert, seit ihr Chef ihnen im vergangenen Jahr entgegen früheren Versprechen untersagte, ihre Anteile an Facebook schon vor dem Börsengang zu verkaufen. Zudem gibt es Klagen über Zuckerbergs autoritären Führungsstil. Im März verließ Finanzchef Gideon Yu überraschend das Unternehmen. Zwei hochkarätige Manager, Benjamin Ling und Matt Cohler, die von Google abgeworben wurden, kehrten Facebook ebenfalls den Rücken. Cohler ist heute Partner bei der Risikokapitalfirma Benchmark Capital. Ling kehrte zu Google zurück. Zuckerbergs ehemaliger Vertrauter Owen van Natta führt seit kurzem den Wettbewerber Myspace.

Das, gekoppelt mit einem hinausgeschobenen Börsengang, hätte es vor allem Google erleichtert, Facebook-Talente abzuwerben. DST will nun in den kommenden Wochen von Facebook-Mitarbeitern Aktien für „mindestens 100 Millionen Dollar“ abkaufen.

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