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Familien-Imperium Merckle-Gruppe: Rettung in Sicht?

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Als Dritter im Bunde, der Baustoffkonzern Heidelberg Cement. Auch hier steckt man in Verhandlungen. Es geht um die Umschuldung von neun Milliarden Euro. Die Schuldenbelastung resultiert aus der Übernahme des britischen Konkurrenten Hanson für rund 14 Milliarden Euro im Jahr 2007. Erst in der vergangen Woche hatte das Unternehmen Gerüchte über eine bevorstehende Insolvenz zurückgewiesen. Zum Ende des ersten Quartals habe die Bilanz flüssige Mittel in Höhe von zwei Milliarden Euro ausgewiesen, teilte eine Sprecherin mit. Eine Insolvenz sei somit nicht zu befürchten.

Heute teilte die Merckle-Gruppe mit, die Finanzierung sei nach der Einigung mit den Gläubigerbanken "nachhaltig" sichergestellt. Nachdem sich Heidelberg Cement bereits Ende Mai von der Asphalt-Sparte in Australien trennte und dort eine Firma und eine Beteiligung veräußerte, folgten Anfang Juni weitere Verkäufe von Geschäftsanteilen in Malaysia. Heute gab Heidelberg Cement bekannt, seine Anteile am zweitgrößten indonesischen Zementhersteller ebenfalls zu reduzieren.

Kässbohrer-Verkauf im Gang

In den Verkauf der drei Konzernteile, deren Verkauf die Sanierer der Merckle-Gruppe vorantreiben müssen, scheint also langsam Bewegung zu kommen. Noch schneller geht es bei der Kässbohrer Geländefahrzeuge AG, deren Verkauf nicht zum Rettungsplan gehört. Interesse am Kauf des auf Pistenraupen und Fahrzeuge für Strandreinigung spezialisierten Unternehmens angemeldet haben vor allem die Wella-Erben Ströher, der Finanzinvestor Triton sowie Techno-Alpin, ein Anbieter von Systemen zur Beschneiung von Wintersportgebieten.

Hauptaktionär von Kässbohrer ist Ludwig Merckle, dessen LuMe Vermögensverwaltung derzeit einen Anteil von 89 Prozent hält. Der Verkauf von Kässbohrer sei schon länger geplant gewesen, heißt es. Über den Kaufpreis schweigt sich das Unternehmen bisher aus, Berichten zufolge soll er bei rund 150 Millionen Euro liegen. Kässbohrer ist mit 70 Prozent Anteil Weltmarktführer bei Skipistenfahrzeugen, im Jahr 2008 lag der Umsatz bei 176 Millionen Euro.

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