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Fehlende Kontrolle Das Versagen der Banken

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UBS-Händler Adoboli bei der Verhaftung Quelle: Getty Images

Dabei gilt der Geschäftszweig, in dem Adoboli Milliarden vergeigte, branchenintern als vergleichsweise sicher. Die „Delta One“-Abteilungen bilden mithilfe von Derivaten die Entwicklung bestimmter Vermögenswerte oder Indizes möglichst genau nach.

Sie gehörte zuletzt zu den besonders schnell wachsenden Zweigen der Branche. Die Banken hantieren hier zwar mit Milliardensummen, da die Positionen normalerweise aber voll abgesichert werden, ist das Risiko begrenzt.

Die Institute kassieren zum einen Gebühren von ihren Kunden, in deren Auftrag sie handeln, zum anderen verdienen sie daran, wenn sie die Sicherungsgeschäfte günstig abschließen. „Das ist keine Spekulation“, sagt ein Banker. Andere Marktkenner sehen hier aber einen Zwitter zwischen Kundengeschäft und Eigenhandel.

Unbegreifliches Versagen

Jährliche Rendite von europäischen Bank- und Unternehmensanleihen

Zwar sind die Details längst nicht aufgeklärt. Doch Experten meinen, dass sich ein solches Desaster durchaus wiederholen kann.

„Es ist mir zwar unbegreiflich, wie die Kontrollsysteme bei der Investmentbank so versagen konnten. Aber leider könnte so etwas auch in anderen Banken passieren“, meint Professor Chris Roebuck von der Cass Business School, der früher selbst in der Personalabteilung von UBS arbeitete.

Offenbar sind die Kontrollmechanismen hier längst nicht so ausreichend entwickelt wie in anderen Bereichen. „Wenn jemand ohne Erlaubnis einen Businessclass-Flug buchen oder zu viel für ein Mittagessen ausgeben würde“, so Ex-UBS-Mitarbeiter Roebuck, „wäre man ihm gleich auf die Spur gekommen.“

In der Branche ist bekannt, dass die Banken Kontroll- und Risikomanagementsysteme von sehr unterschiedlicher Leistungskraft besitzen. Die Anforderungen sind wegen des komplexen Geschäfts der Banken hoch und steigen durch regulatorische Vorgaben wie Basel III noch weiter. „Die zusätzliche Komplexität führt leicht zu einer sehr komplizierten Struktur“, sagt Thomas Poppensieker, Leiter des Risikomanagements bei McKinsey. Immer neue technische Ergänzungen zum bestehenden System seien jedoch riskant. Denn die führten zu zusätzlichen Schnittstellen und machten damit Prozesse anfälliger.

„Modelltechnische Fragen dürfen nicht den Blick auf das zugrunde liegende reale Risiko verstellen“, sagt Poppensieker. Vor allem sei es wichtig, das gesamte Risiko über alle Geschäftsbereiche hinweg und nicht nur in einzelnen Segmenten erfassen zu können. Hier hätten viele Banken trotz hoher Investitionen noch Nachholbedarf.

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