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Fehlende Kontrolle Das Versagen der Banken

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Entwicklung europäischer Bank- und Industrieaktien

Im Fall UBS zeichnet sich zudem ab, dass der inhaftierte Händler Adoboli nur deshalb den Abschluss von Absicherungsgeschäften vortäuschen konnte, weil die Vorgehensweise in solchen Fällen nicht behördlich vorgeschrieben ist. So sind Termingeschäfte mit den populären börsengehandelten Indexfonds, den sogenannten Exchange Traded Funds – kurz ETF –, in der europäischen Finanzmarkt-Direktive MiFID nicht geregelt. Deshalb wird die bei anderen Geschäften erforderliche Bestätigung der Gegenpartei nicht automatisch verlangt. Manche Banken erhalten diese erst am Abwicklungstag.

Rückenwind für Regulierer

In Großbritannien waren die ETFs in den vergangenen Monaten bereits von der Bank of England sowie der Finanzaufsicht FSA kritisiert worden. Die Notenbank warnte vor der „wachsenden Komplexität und Undurchsichtigkeit“ dieser Produkte. Die Aufseher sahen das ETF-Geschäft mittlerweile als so bedeutsam, dass ein Einbruch eine Kettenreaktion hervorrufen könnte. Ein Rückzug von Investoren, so die Behörde, sei eine potenzielle Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte, weil es dadurch zu Liquiditätsengpässen im Bankensektor kommen könne. Anfang nächsten Jahres will die internationale Vereinigung der Wertpapieraufseher deshalb eine Reihe von Vorschlägen für eine bessere Regulierung des ETF-Handels vorlegen.

Banker vor allem in London erwarten, dass der Fall UBS nicht nur für Rückenwind bei den Vorschriften für ETFs, sondern auch bei den ohnehin angelaufenen großen Regulierungsprojekten bringt. Drei Tage vor dem UBS-Skandal veröffentlichte eine Expertenkommission unter Leitung des ehemaligen Chefvolkswirts der Bank of England, John Vickers, Vorschläge, die radikal anmuten.

So soll das Filialgeschäft der Banken in Großbritannien künftig vom riskanten Investmentbanking abgeschirmt werden. Außerdem sollen die Kapitalanforderungen mit mindestens zehn Prozent hartem Kernkapital höher ausfallen, als unter den neuen internationalen Vorschriften Basel III vorgesehen ist.

Zwar soll die Bankenreform erst 2019 umgesetzt werden, denn die britische Wirtschaft steht möglicherweise vor einem Rückfall in die Rezession. Doch der Weg zu mehr Regulierung scheint vorgezeichnet. „Sollte es jemals Zweifel am Sinn der Reformen gegeben haben, so hat sie der Schurken-Händler beseitigt“, sagte Wirtschaftsminister Vince Cable.

Auch in den USA haben Politiker den Vorfall in London mit großem Interesse registriert. Hier wird gerade über die Details des sogenannten Dodd-Frank-Gesetzes gerungen. Es soll den Banken künftig den Eigenhandel verbieten, wobei die Details noch unklar sind. Die Notwendigkeit möglichst strenger Vorgaben meinen nun aber auch die Politiker in Washington erneut erkannt zu haben.

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