WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Wiwo Web Push

Fehlende Kontrolle Das Versagen der Banken

Seite 4/4

Übernachteinlagen von Banken bei der europäischen Zentralbank

An der Themse erwarten Experten, dass der Skandal kurzfristig weniger der Branche insgesamt als der UBS schaden wird. Deren Konkurrenz könnte sogar profitieren. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass viele der besten UBS-Talente mit attraktiven Angeboten von Rivalen rechnen können.

Finanzexperte Tom Kirchmaier von der London School of Economics sieht noch keinen grundsätzlichen Umbruch. „Regulierung leistet oft nicht, was die Gesellschaft sich erwartet. Jede Bank muss Risiken eingehen, sonst verdient sie kein Geld. In ein paar Monaten geht man wieder zur Tagesordnung über, und die Sache ist vergessen.“

Andere Prognosen sind deutlich düsterer. In einer Studie, die in der Branche für großes Aufsehen gesorgt hat, prognostizierte McKinsey vor wenigen Wochen das Ende der goldenen Zeiten. Die Eigenkapitalrenditen dürften demnach durch das Bündel neuer Vorschriften von mehr als 20 auf nur noch 7 Prozent fallen. Viele einst einträgliche Geschäfte dürften sich zumindest für schwächere Banken überhaupt nicht mehr lohnen. Das gesamte Kapitalmarktgeschäft stehe vor einem grundlegenden Umbruch.

„Es wird sehr schwer, unser Geschäft künftig ausreichend profitabel zu betreiben“, meint auch ein hochrangiger Frankfurter Investmentbanker. „Die goldenen Zeiten sind vorbei“, sagt ein Banker, der sich nach Jahrzehnten im Geschäft kürzlich aus der Branche verabschiedet hat.

Um künftige Skandale zu verhindern, könnten schon einfache Mittel zu mehr Erfolg führen als allzu komplexe Regelwerke. Sowohl Abodoli als auch Kerviel arbeiteten zunächst in der Abwicklung von Geschäften und wechselten von dort in den Handel. So hatten sie die Chance, die Kontrollsysteme genau zu studieren. „Vielleicht sollte dieser Wechsel innerhalb der gleichen Bank einfach verboten werden“, meint Professor Roebuck.

Aber auch für das Spitzenpersonal der Branche brechen neue Zeiten an. Ende vergangener Woche machten Gerüchte die Runde, dass UBS-Chef Oswald Grübel vor der Ablösung stehe. Als möglicher Nachfolger des ausgewiesenen Anhängers des Investmentbankings war auch der Deutsche-Bank-Vorstand Hugo Bänziger im Gespräch. Der Schweizer bringt eine Qualifikation mit, die noch vor Jahren kaum für den Job ganz oben befähigte. Er ist ein sehr erfolgreicher Risikomanager.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%