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Fiat Deutschland "Wir setzen den Wachstumskurs der letzten Jahre fort"

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Apropos Zukunft: Wie sehen denn Fiats Planungen für den Bereich Elektro- und Hybridautos aus?

Wir machen das, was alle anderen Hersteller auch machen: Wir entwickeln mit Nachdruck, zukunftsfähige Antriebe. Fiat ist unter den Massenherstellern die Automarke, die den niedrigsten Flottenausstoß in Europa ausweist. Wir liegen bei 129 Gramm CO2 je Kilometer. Damit sind wir die einzige Marke, die den ab 2015 geltenden EU-Grenzwert von 130 Gramm CO2 über die gesamte Autoflotte erfüllt. Auf dem deutschen Markt bieten wir in sechs Modellreihen insgesamt 40 Versionen an, die lediglich 120 Gramm CO2 pro Kilometer oder sogar weniger ausstoßen.

Wir dürfen nicht den Fehler machen, bestehende Technologien zu vernachlässigen, weil wir in absehbarer Zeit uns mit neuen Antrieben auseinandersetzen müssen. Kurzfristig werden wir mit Verbrennungsmotoren zu tun haben, die noch verbrauchsärmer sein werden. Fiat bietet zum Beispiel seit kurzem die Motorentechnologie MultiAir in seinen Volumenmodellen an. Diese Technologie senkt den Benzinverbrauch deutlich, ohne den Fahrspaß zu verringern. In der zweiten Hälfte dieses Jahres wird Fiat einen „Twin-Air“ genannten Zweizylinder-Benzinmotor mit MultiAir-Technologie herausbringen, der unter 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt-  und das bei einem akzeptablen Aufpreis.

Viele ihrer Konkurrenten haben Feldversuche mit Elektroautos gestartet. von Fiat hört man in diesem Bereich wenig. Warum?

Wir arbeiten ebenfalls mit Nachdruck an der Elektromobilität. Doch wir reden weniger darüber als andere Hersteller. Ich bin immer wieder verwundert darüber, welcher Hype derzeit um Elektroautos gemacht wird. Es wird noch fünf bis zehn Jahre dauern, bis Deutschland eine passende Infrastruktur für Elektromobile aufgebaut hat. Alle Elektromobil-Protagonisten wissen, dass bereits morgen Kunden in die Schauräume kommen könnten und ein entsprechendes Fahrzeug kaufen möchten. Fakt ist aber: Elektroautos, mit vernünftiger Reichweite und uneingeschränkter Alltagstauglichkeit bei vertretbaren Kosten kann derzeit niemand anbieten.

Und wie weit ist Fiat von der Serienreife bei seinen Elektroantrieben entfernt?

Fiat hat eine ganze Reihe an Versuchsmustern mit Elektroautos am Laufen. So gibt es etwa eine Kooperation mit dem Flughafen Turin, auf dem elektrisch angetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden. Vor kurzem ist Fiat zudem noch eine Kooperation mit einem Speicherhersteller eingegangen, der auf Lithium-Ionen-Akkus spezialisiert ist. Und auf der Automesse in Detroit hat Fiat auch eine Studie des Cinquecento mit Elektroantrieb vorgestellt. Doch unser Ansatz ist es, diese Technologie zuerst zur Serienreife zu entwickeln und nicht Erfahrungen auf dem Rücken der Käufer zu machen. Da müssen die Kunden noch ein wenig Geduld haben.

Warum sind Elektroautos für Fiat zurzeit ein untergeordnetes Thema?

Elektroautos sind für Fiat definitiv kein untergeordnetes Thema, aber man darf nicht den Fehler machen, den Elektroantrieb zum Allheilmittel für die Mobilität der Zukunft zu erklären. Wir werden uns schon noch einige Jahre mit dem Verbrennungsmotor auseinandersetzen müssen.

Die kritischen Kriterien bei Elektroautos sind bekanntermaßen derzeit Batteriegewicht, allgemeine technologische Probleme, geringe Reichweite und hohe Kosten. Ich habe Zweifel daran, dass Kunden bereit sind solche Fahrzeuge zu akzeptieren, solange nicht diese Kernprobleme gelöst sind.

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