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Filmwirtschaft UFA-Chef Bauer: "Kino ist Kitt für unsere Gesellschaft"

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Filmszene aus Avatar: 100 Quelle: AP

Die Kinobetreiber sperren sich gegen das geltende Filmförderungsgesetz, das für die Kinos eine Zwangsabgabe, für die Fernsehsender hingegen freiwillige Beiträge vorsieht. Können Sie das nachvollziehen?

Über die rechtliche Ausgestaltung der Beitragszahlungen und deren Vereinheitlichung kann man sicher streiten. Aber das ganze Solidarsystem der Filmförderung infrage zu stellen halte ich für absurd. Mit ihrer Verweigerungshaltung sägen die Kinobetreiber an ihrem eigenen Ast. Sie sind es doch, die von der Filmförderung profitieren. Wenn es den deutschen Film nicht gäbe, wären die Kinobetreiber auf Gedeih und Verderb abhängig von der Programmschmiede Hollywood – ein hohes Risiko.

Der Filmförderfonds hat von 2007 bis 2009 mit einer Summe von 178 Millionen Euro Investitionen in einer Höhe von über einer Milliarde Euro bewirkt – was bedeutet das für die deutsche Filmwirtschaft?

Das ist ein wichtiger Impuls. Ich glaube aber, wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie daraus eine nachhaltige Strukturstärkung erwächst. Es wird schwer sein, durch diese Unterstützung der Filmwirtschaft dauerhaft auch amerikanische Großproduktionen nach Deutschland zu locken.

Das geschieht doch schon.

Ja, aber kommen die jetzt immer? Oder machen die das abhängig von den Produktionsbedingungen in Bulgarien, Ungarn oder sonst wo. Produzenten sind gnadenlose Rechner. Loyalität können Sie da nicht erwarten. Bietet ein Land bessere finanzielle Bedingungen, sind die wieder weg. Nur wenn es gelingt, in den kommenden zehn Jahren etwa zehn große Produktionsfirmen in Deutschland zu etablieren neben der Vielzahl kleinerer und mittlerer Betriebe, werden wir eine ausbalancierte Branchenstruktur haben.

Wir haben doch jetzt schon zu viele Filme.

Moment, rund 500 Filme drängen jährlich auf den deutschen Markt, das sind zehn Neustarts pro Woche. Wettbewerb kann nicht schaden. Aber wir haben vielleicht zu viele Filme, für die sich das Publikum nicht interessiert. Das hat auch mit der Haltung der Macher zu tun und mit der kuriosen Unterscheidung von E- und U-Kultur. Ich finde jedenfalls die Forderung, dass von den knapp 200 deutschen Filmen wenigstens 50 von mehr als 250.000 Zuschauern im Kino gesehen werden sollten, nicht vermessen.

Demnächst starten Ihre beiden ersten Kinoproduktionen "Teufelskicker" und "Hanni und Nanni" – wie viele Zuschauer peilen Sie an?

Das ist Familienunterhaltung. Wenn die gut gemacht ist, kann man über eine Million Zuschauer erreichen, die am Ende wissen: Sie haben ihre Zeit nicht sinnlos im Kino verbracht, sondern sind inspiriert und bereichert worden.

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